Tennis-elite revoltieren: preisgeld-debatte droht boykott!
Die Tenniswelt steht am Rande einer Krise. Während die French Open mit einem Preisgeld von über 61 Millionen Euro locken, fordern Top-Stars wie Jannik Sinner und Aryna Sabalenka einen deutlich größeren Anteil an den Turniereinnahmen – und drohen offen mit einem Boykott, sollte ihre Forderung nicht erfüllt werden.

Die forderung: 22 prozent der einnahmen
Der Aufschrei begann kurz vor den French Open, als Sabalenka in Rom mit der deutlichen Ansage sorgte: „Wir sorgen für die Show. Ohne uns gäbe es keine Turniere, keine Unterhaltung.“ Die Kernforderung der Spielerelite ist klar: Sie wollen 22 Prozent der Einnahmen der Grand-Slam-Turniere, die aktuell bei lediglich 12 bis 16 Prozent liegen. Bei den French Open werden die Einnahmen auf rund 400 Millionen Euro geschätzt – ein Betrag, der die Spieler als ungenügende Wertschätzung ihrer Leistung empfinden lassen.
Sinner, Gauff und Djokovic sind nicht allein mit ihrer Kritik. Sie betonen, dass es nicht nur um ihre eigenen Taschen geht, sondern um die Verbesserung der Bedingungen für Spieler im unteren Bereich des Rankings. Coco Gauff brachte es auf den Punkt: „Es ist traurig zu sehen, dass Spieler in den Top 200 trotzdem von der Hand in den Mund leben, während die Grand Slams enorme Gewinne erzielen.“
Wo fließt das Geld hin? Ein Blick hinter die Kulissen der Turniere offenbart ein komplexes Bild. Obwohl die Grand Slams unter dem Dach der International Tennis Federation (ITF) stehen, agieren sie unabhängig und gehören den jeweiligen austragenden Nationen. Wimbledon beispielsweise, schöpfte nach Abzug aller Kosten einen Gewinn von rund 62 Millionen Euro, der größtenteils an die Lawn Tennis Association ging. Personalkosten, Anlagenmiete und Investitionen in die Infrastruktur verschlangen beträchtliche Summen.
Im Vergleich dazu bewegen sich die großen US-Sportarten in einer ganz anderen Liga. In der NBA, NHL, NFL und MLB erhalten die Athleten jeweils fast 50 Prozent der sportbezogenen Einnahmen – ein Modell, das im Tennis bislang nur eine ferne Utopie darstellt. Die ATP unternimmt zwar zaghafte Schritte in Richtung einer gerechteren Verteilung, beispielsweise durch die Gewinnbeteiligung bei Masters-Turnieren, doch der Weg zu den 22 Prozent bei den Majors ist noch lang.
„Es geht mehr um den Respekt“, erklärte Sinner in Rom. „Ich denke, wir geben mehr als das, was wir zurückbekommen.“ Die Spieler haben bis 2030 Zeit, ihre Forderung durchzusetzen – ein Wettlauf gegen die Zeit, dessen Ausgang die Zukunft des professionellen Tennis maßgeblich beeinflussen könnte.
Die Debatte um die Preisgelder ist somit mehr als nur eine Frage des Geldes. Sie ist ein Spiegelbild des Machtkampfes zwischen Spielern und Verbänden und könnte das Tennis grundlegend verändern.
