Teheran blockiert wm-reise: irans team droht abriss des turniers
Das iranische Regierung verbannt seine eigenen Fußballer in die Heimzone – 75 Tage vor Eröffnung der WM in den USA. Das Verbot, in „feindliche“ Staaten zu reisen, trifft die Männer- wie die Frauen-Nationalmannschaft mit voller Wucht. Die Folge: Ein Start bei der Weltmeisterschaft vom 11. Juni bis 19. Juli 2025 in den USA, Mexiko und Kanada rückt in weite Ferne.

Usa, belgien, ägypten – gegner ohne gegner
Der Plan war klar: Vorrunde in Los Angeles gegen Neuseeland und Belgien, danach Duell mit Ägypten in Seattle. Quartier: Tucson, Arizona. Alles gebucht, alles abgesegnet. Doch am 28. Februar flogen die ersten Raketen. Seitdem bombardieren sich Washington und Teheran über den Nahen Osten hinweg. Die Antwort der Ayatollahs: ein pauschales Reiseverbot für alle Sportler. Sicherheitsrisiko, so die Behörde. Klingt hart, ist es auch.
Der Knockout kommt für den Verband gerade recht, um interne Druck zu entschärfen. Denn die Frauen-Mannschaft war ohnehin schon nächstes Streitthema. Beim Asien-Cup in Australien verweigerten die Spielerinnen den Gesang der Nationalhymne. Die Folge: Verruf als „Vaterlandsverräterinnen“. Zwei Akteurinnen hängen mittlerweile in Brisbane fest, Asylanträge offen. Die Männer? Gefangen zwischen geopolitischem Machtspiel und eigenem Karrieretraum.
FIFA-Regel 3.6 besagt: Erscheint ein Team nicht zur Eröffnung der Gruppenphase, fliegt es ohne Wiederkehr aus dem Turnier. Kein Ersatz, keine Wildcard. Ein 0:3-Punktabzug pro Spiel, danach automatische Streichung. Für die Gruppengegner bedeutet das drei Freisiege – und eine halbe Million Dollar Prämie, die sonst für Ticketeinnahmen wegfallen würden. Die FIFA schweigt bislang. „Wir prüfen die Lage“, heißt es intern. Klarere Worte erwartet niemand vor Ostern.
Die Uhr tickt. In 40 Tagen muss jeder Verband seine endgültige 26-Mann-Kader-Liste abliefern. Flüge buchen, Hotels blockieren, Visas beantragen. Iran kann nicht mal den Pass beantragen. Die Spieler trainieren weiter, weil sie müssen – ohne Garantie, dass das nächste Länderspiel überhaupt stattfindet. Das Bild des isolierten Athleten passt ins Narrativ der Machthaber. Sport als Geisel der Politik, einmal mehr.
Die große Ironie: Vor zwei Jahren lief Iran in Russland noch als Ehrengast auf. Jetzt darf die Mannschaft nicht mal nach Kanada, das seit 2012 keine diplomatischen Beziehungen zum Iran unterhält. Ein Schachzug, der ins Leere läuft – das Team würde auf internationalem Parkett fehlen, die Fans im Iran aber trotzdem das Turnier verfolgen, Satellitenschüsseln richten sich auf Katar statt Doha. Die WM ohne Iran? Möglich. Die WM ohne iranische Zuschauer? Undenkbar.
Die Wette der Regierung: Die FIFA winkt ab, der Druck sinkt, das Narrativ von der „feindlichen“ Außenwelt bleibt intakt. Die Wette der Spieler: Ein Wunder passiert, das Verbot bröckelt, sie fliegen doch. Stand jetzt: Der Iran wird 2025 in der Tabelle mit drei Minuspunkten starten – ohne einen Ball berührt zu haben. Das ist keine sportliche Niederlage, das ist ein Staatsstreich gegen das eigene Team.
