Ted dibiase jr. entlässt freispruch: 'sieben jahre hölle sind vorbei'
Ted DiBiase Jr. schluchzte, als der Vorsitzende der Jury das Wort „nicht schuldig“ aussprach. Sieben Jahre lang hatte der ehemalige WWE-Star gewartet, dass jemand ihm endlich glaubt. Nun, am Freitagnachmittag im Bundesgericht von Jackson, Mississippi, brach der 43-Jährigte in Tränen aus – und mit ihm die Anklage, die ihm 160 Jahre Gefängnis einbringen wollte.
Der millionenschwere vorwurf, der nie stimmte
Die Staatsanwältin hatte ein Bild gemalt, das perfekt ins Zeitungslayout passte: ein Wrestling-Playboy, der aus Töchtern von Arbeitsligen eine Jacht finanziert. Doch das Gericht hörte 18 Tage lang, dass die „Millionen für Bedürftige“ nie DiBiase’ Idee waren. John Davis, damals Chef des Sozialministeriums, hatte die Gelder umgeleitet – und DiBiase’ Firma Priceless Ventures LLC lediglich als Subunternehmer gebucht. „Teddy hat geleistet: Camps für Kids, PR-Clips, Coaching-Seminare“, sagte Verteidiger Scott Gilbert. „Davis war der Boss. Teddy war der Performer, der nie hinter die Kulissen schaute.“
Die Anklage konnte keine E-Mail vorweisen, in der DiBiase die Rechnungen fälschte. Keine WhatsApp, die ihn anweist, das Geld zu waschen. Stattdessen präsentierte die Verteidigung Zeitpläne, in denen DiBiase an 47 Tagen Jugendturniere leitete – bezahlt aus eben jenen umstrittenen Konten. Die Jury verhandelte nur drei Stunden, bevor sie die Anklagepunkte zu Überweisungsbetrug, Geldwäsche und Diebstahl staatlicher Mittel kassierte.

Mississippi zahlt den preis für einen sieg, der keiner ist
Staatsanwalt Shad White klang nach der Entscheidung wie ein Wrestler nach dem verlorenen Cage-Match: „enttäuscht“. Dabei ist er es, der 2017 mit lautem Mediengetöse die Ermittlung startete. Die Bilanz: 77 Millionen Dollar Schaden, ein Dutzend Verurteilungen, aber eben auch der Freispruch für den prominentesten Namen. „Fame macht dich zur Zielscheibe“, sagte DiBiase Sr. im Gang vor Gericht. „Hätte ich keinen berühmten Nachnamen, wäre mein Sohn nie angeklagt worden.“
Die Causa wirft ein Schlaglicht auf das, was in Mississippi seit Jahren schief läuft: Sozialhaushalt als Selbstbedienungsladen. Dass nun ein WWE-Entertainer sauber raus geht, während echte Schuldige bereits Briefe aus dem Gefängnis schreiben, ist keine Glorie für den Staat – sondern ein Armutszeugnis.

Zurück auf der matte, aber nicht mehr unbeschrieben
DiBiase will ins Wrestlingzurück. Er hat schon ein Angebot einer Independent-Liga in Texas, doch der Vertrag wartet, bis seine Akten beim FBI endgültig geschlossen sind. „Ich will meinen Namen reinwaschen – nicht nur vor Gericht, sondern vor den Fans“, sagt er. Die Jury hat gesprochen, doch im Internet verrottet sein Wikipedia-Eintrag noch immer unter den Stichworten „Betrug“ und „Mississippi-Skandal“.
Für die 450 000 Menschen, die auf staatliche Hilfe in Mississippi angewiesen sind, ändert der Freispruch wenig. Ihr Geld ist weg, verwendet für ein Boot, ein Haus und einen Dodge Ram, der laut Anklage niemals ein Obdachlosenprojekt fuhr. DiBiase darf wieder nach Hause, die Betroffenen bleiben sitzen – auf leeren Konten und einem Gerichtssaal, der künftig wohl nur noch für den nächsten Skandal geöffnet wird.
