Gutachten entlastet tsg hoffenheim: datenskandal nur ein formalfehler

Die TSG Hoffenheim atmet auf. Nach monatelangen Vorwürfen wegen eines Datenlecks bei der Weitergabe sensibler Mitgliederdaten stellt ein externes Gutachten klar: Es war kaum mehr als ein Stolperer. Der Vorfall, der Ende 2025 für Aufsehen sorgte, bleibt folgenlos – zumindest rechtlich.

Was war passiert? eine mitarbeiterin verschickte interne mitgliederliste

Die Liste enthielt Namen, Kontaktdaten und Mitgliedschaftsdauer. Sie landete zuerst in einem beruflichen Postfach, dann bei einem weiteren Vereinsmitglied. Die TSG reagierte umgehend: zwei Mitarbeiter wurden freigestellt, der Landesdatenschutzbeauftragte informiert. Druck von außen, Selbstverdacht von innen.

Doch Professor Boris P. Paal, Digitalrechtler an der TU München, räumt den Vorwurf weitgehend aus. Der Verstoß, so sein Fazit, „bewegt sich am untersten Rand denkbarer Sanktionswürdigkeit“. Vereinsmitglieder hätten ohnehin ein Einsichtsrecht, um der Willensbildung im Klub mitzuwirken. Der einzige Makel: der Versand an eine geschäftliche Mail-Adresse – ein Formalfehler, nicht mehr.

Personalentscheidungen werden neu aufgerollt

Personalentscheidungen werden neu aufgerollt

Die Freistellung der beiden Beschäftigten liegt weiter auf dem Tisch. „Wir werden die Personalmaßnahmen auf Basis des Gutachtens zeitnah neu bewerten“, heißt es aus Hoffenheim. Vorstandsvorsitzende Jörg Albrecht und Frank Engelhardt versprechen „konsequente Optimierung“ der internen Abläufe, ohne die Geschäftsstelle in Grund und Boden zu reformieren.

Die Mitgliederversammlung am Montag nutzte der Vorstand, um die Ergebnisse des Gutachtens offiziell zu kommunizieren. Applaus blieb aus, Erleichterung war spürbar. Die TSG kann sich wieder auf sportliche Fragen konzentrieren – und die Daten ihrer 8.000 Mitglieder bleiben, so die Beteuerung, künftig in sicheren digitalen Fächern.