Tartan-armee feiert mcginns glückstreffer: schottland jubelt nach 28 jahren wm-comeback

Schottland ist zurück – und wie! John McGinns abgefälschter Schuss in der 29. Minute reichte, um Haiti zu bezwingen und die Tartan Army nach fast drei Jahrzehnten Wartezeit in Ekstase zu versetzen. 64.146 Zuschauer in Foxborough erlebten ein 1:0, das mehr war als nur drei Punkte: Es war die Befreiung einer ganzen Fußballnation.

Die stunde der dudelsäcke

Rod Stewart schmetterte die Hymne mit, 30.000 schottische Stimmen gaben den Ton an. Die gelben Schulbusse, die die Fans angemietet hatten, hatten Boston vorab in eine schottische Enklave verwandelt. Kein Wunder, dass die Spieler wie entfesselt begannen – und dann plötzlich zitterten. Scott McTominay traf den Pfosten (17.), Haiti antwortete mit blitzschnellen Kontern. Die Abwehr um Kieran Tierney wirkte bisweilen wie ein Kartenhaus.

Der Treffer kam eher glücklich als erarbeitet: McGinns Nachschuss streifte Jean-Ricner Bellegarde und senste sich unhaltbar ins Netz. Die Führung beruhigte nicht wirklich. Haiti, ohne eigene Fans wegen der US-Einreisesperre, kämpfte sich zurück. Wilson Isidor vergab die Riesenchance zum Ausgleich (74.). Frantzdy Pierrot köpfte in letzter Sekunde knapp drüber (85.).

Clarke rettet die nerven

Clarke rettet die nerven

Steve Clarke stellte zur Pause um, brachte frische Beine und vor allem Ordnung. Die Tartan Army sang sich in Rausch, schottische Fahnen wirbelten durch die Nacht. Die Bravehearts ließen hinten keine große Chance mehr zu, oben fehlte jedoch die Durchschlagskraft für das beruhigende zweite Tor. Es reichte – und das reicht momentan.

Die Tabelle der Gruppe C zeigt Schottland erstmals an der Spitze. Am Freitag wartet Marokko im gleichen Stadion. Haiti trifft auf Brasilien und braucht ein Wunder. Die Schotten hingegen riechen die K.o.-Phase nach 28 Jahren erstmals wieder. Die Party in Boston dauert noch ein wenig. Die Tartan Army hat ihre Helden wieder – und diesmal wollen sie nicht mehr nach Hause.