Tapola bekommt drei jahre, didomenico fliegt: ambri setzt alles auf rot

Sechs Spiele, sechs Punkte – und trotzdem unterschreibt HC Ambri-Piotta Jussi Tapola für drei weitere Jahre. Der Finne darf bauen, während Chris DiDomenico, der beste Scorer der Leventiner, per Knall-Effekt rausfliegt. Die Botschaft ist klar: Kontinuität vor Ergebnis, Macht vor Mannschaft.

Das tapola-diktat beginnt

Seit dem 27. Januar sitzt der 51-Jährige auf der Bank. Seitdem hat Ambri nicht gewonnen, sondern nur überlebt. Dennoch verlängerte der Klub den Vertrag des ehemaligen Meistertrainers, bevor die Crunchtime überhaupt begonnen hat. Die Begründung: Tapola sei der Architekt für einen „offensiveren, intensiveren, mutigeren“ Stil. Die Realität: Platz 13, Duell mit Ajoie ums Nicht-Letztsein, und ein Kader, der sich fragt, warum der Topscorer plötzlich in der Wüste steht.

DiDomenico erfuhr seine Demontage ohne Vorwarnung. Kein Gespräch, kein Vorwurf, nur die Freigabe. Der Kanadier, 43 Punkte in dieser Saison, schaut in die Röhre. Tapola aber schaut nach vorn – mit einem Dreijahresvertrag im Rücken, der ihn immunisiert.

Die lehre aus bern und das risiko im tessin

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Schon in der Hauptstadt vertrieb der Finne Dominik Kahun und Austin Czarnik. Jetzt also DiDomenico. Die Methode: harte Hand, wenig Dialog. Das Risiko: In Ambri zählt jeder Topspieler doppelt, weil der Talentpool so flach ist wie der Lago Maggiore im August. Wenn die Kabine kippt, helfen auch drei Vertragsjahre nicht mehr.

Die Liga bietet dank fehlendem Abstieg eine Art Sicherheitsnetz. Darunter kann man nicht fallen, darüber aber auch nicht wachsen, wenn das Experiment misslingt. Die Verantwortlichen um Lars Weibel wollen langfristig planen, doch Langfristigkeit beginnt nicht mit einem Paukenschlag, sondern mit einer Idee, die alle mittragen. Ob Tapola diese mitreißt oder nur durchsetzt, wird sich zeigen.

Fakt ist: Wer nach sechs Spielen schon den Trainer für drei Jahre sperrt, der glaubt nicht an die Kraft der Ergebnisse, sondern an die Macht der Vision. Wenn diese Vision aber nur der Trainer sieht, bleibt am Ende ein leeres Stadion und ein voller Seelenfriedhof für verschmähte Spieler. Ambri würfelt – und die Kugel rollt noch.