Tacchinardi zerreißt mailands titeltraum: „nur drei echte stars“
Mailand schrumpft, die Meisterschaft rückt näher – und ausgerechnet ein ehemaliger Juve-Stratege wirft den Rossoneri einen Eimer Eiswasser über den glühenden Schädel. Alessio Tacchinardi sagt, was viele denken, aber keiner laut ausspricht: „Ohne Inter-Kollaps bleibt der Scudetto eine Illusion.“

„Allegri hat nur drei weltklassekräfte“
Seit dem 3:1 gegen Turin und dem Patzer der Nerazzurri in Florenz sind es nur noch sechs Punkte Rückstand. Die Curva Sud singt wieder, die Zeitungen malen rote Herzen auf ihre Titelseiten. Doch Tacchinardi, heute Sky-Experte, zieht die Notbremse: „Maignan, Rabiot und Modric – mehr Großes steht nicht im Kader. Der Rest ist solide, aber ersetzbar.“ Der ehemalige Mittelfeld-General sieht das Napoli von Antonio Conte klar vorn, weil die Tiefe der Partenopei „eine andere Liga“ spiele.
Die Zahlen geben ihm recht. Mailand holte aus den letzten neun Spielen 21 Punkte, doch die erwartete Leistung (xP) liegt bei 17 – ein Glückslauf, nicht ein Aufschwung. Inter kassierte in derselben Phase nur einen Gegentreffer aus offenem Spiel. Wer da auf einen „psicologico“ hofft, muss sich auf einen Blackout von Simone Inzaghis Maschine verlassen.
Am 6. April geht’s nach Neapel. Ein Ort, an dem Mailand in der Saison 2025/26 noch nicht gewann – drei Niederlagen, ein Remis, zwei Treffer. Danach folgen Juventus (26. April) und Atalanta (10. Mai), beide im Giuseppe Meazza. Allegri hat also die letzten beiden Heimspiele in der Hand, doch selbst ein perfekter Sprint reicht nur, wenn Inter punktelos untergeht.
Die Wahrheit tut weh: Der Meister kommt wahrscheinlich aus Mailand – nur aus dem blau-schwarzen Teil der Stadt. Tacchinardi lacht nicht, er zählt auf: „Vier Punkte Vorsprung, acht Spiele, null Krise. Da muss schon ein Erdbeben passieren.“
Die Fans am San Siro wollen trotzdem glauben. Sie schmieden Hashtags, schreiben „+6“ an die Wände und singen aus voller Kehle „Scudetto“. Aber die Tabelle lügt nie – und Tacchinardi auch nicht. Mailand kann noch alle gewinnen, trotzdem reicht es nur für Silber, wenn Inter nicht stolpert. Der Traum lebt, aber er hängt am seidenen Faden der Nerazzurri. Und der ist aus Kevlar.
