Sylvio kroll: vom turn-weltmeister zum koordinator – ein leben im spagat

Ein leben zwischen leistung und leidenschaft

Sylvio Kroll, einst einer der erfolgreichsten deutschen Turner, blickt heute auf eine beeindruckende Karriere zurück. Der 60-Jährige, der Weltmeister und Olympia-Zweiter war, ist nun als Koordinator am Olympiastützpunkt Frankfurt/Oder tätig. Doch die Gedanken an den aktiven Sport lassen ihn nicht los – und er erwägt sogar ein Comeback auf Senioren-Ebene.

Die glanzvolle vergangenheit

Die glanzvolle vergangenheit

Kroll feierte seine größten Erfolge in den 1980er Jahren. Er wurde 1985 Weltmeister am Barren und 1987 am Sprung. Bei den Olympischen Spielen 1988 gewann er mit der deutschen Mannschaft die Silbermedaille. Seine Karriere endete jedoch vergleichsweise früh, im Alter von 29 Jahren, als er erkannte, dass er nicht mehr zur absoluten Weltspitze gehörte.

Vom athleten zum funktionär

Vom athleten zum funktionär

Nach seinem Rücktritt blieb Kroll dem Turnsport treu. Er arbeitete als Kampfrichter, später als Vize-Präsident des Deutschen Turner Bundes und als Co-Kommentator bei Fernsehübertragungen. Eine Aufgabe, die ihn jedoch nie wirklich erfüllte, war die des Trainers. “Ich bin vielleicht zu unruhig und zu fordernd dafür”, so Kroll.

Die neue rolle am olympiastützpunkt

Die neue rolle am olympiastützpunkt

Am Olympiastützpunkt Frankfurt/Oder ist Kroll für den Nachwuchs zuständig. Er koordiniert die Zusammenarbeit zwischen jungen Athleten und Ärzten, Physiotherapeuten und Karriereberatern. “Ich muss mich nicht mehr jeden Tag schinden”, sagt er. “Ich muss nur zugucken und mich um den Rahmen kümmern.”

Die sehnsucht nach bewegung

Die sehnsucht nach bewegung

Trotz seiner neuen Aufgabe kann Kroll die Sehnsucht nach Bewegung nicht unterdrücken. Er trainiert regelmäßig mit den Alters-Turnern des TuS Frankfurt (Oder) und hält sich so in Form. Seine Dehnübungen und Handstand-Übungen zeugen noch immer von seiner außergewöhnlichen turnerischen Begabung. “Ich werde hibbelig, wenn ich aus irgendeinem Grund länger nicht schwitzen konnte”, gesteht er.

Ein mögliches comeback?

Ein mögliches comeback?

Kroll erwägt, an Senioren-Wettbewerben teilzunehmen. Er darf nun am Tiefreck turnen, anstatt am Hochreck. “Da gäbe es schon Optionen”, sagt er. Er träumt von perfekten Übungen, auch wenn er weiß, dass sein Körper nicht mehr der eines jungen Athleten ist. “Die Gedanken sind manchmal weiter als der Körper.”

Begeistert von simone biles

Kroll verfolgt den Turnsport weiterhin mit Interesse und ist besonders begeistert von den Leistungen der US-Amerikanerin Simone Biles. “Das gibt’s ja gar nicht”, sagt er. “Phänomenal!” Auch wenn er den Sport nicht mehr so intensiv verfolgt wie früher, bleibt seine Leidenschaft für den Turnsport ungebrochen.

Quellenangabe

Sendung: rbb|24, 08.02.2026, 13:49 Uhr
Quelle: rbb24 rbb Brandenburg Frankfurt-Oder Sport