Swiss-ski: kader-kämpfe – wilds kampf ums überleben geht weiter
Die Saison neigt sich dem Ende zu, und im Schweizer Skisport beginnt eine Zeit der Ungewissheit für viele Athletinnen und Athleten. Die Frage, wer einen Platz im prestigeträchtigen Swiss-Ski-Kader erhält und wer seinen Weg alleine gehen muss, brennt bei den Sportlern unter den Nägeln. Besonders hart trifft es Athletinnen wie Simone Wild, deren finanzielle und sportliche Zukunft ungewiss ist.
Die bittere realität des kader-aus
Wer aus dem Swiss-Ski-Kader ausgeschieden ist, steht vor enormen Herausforderungen. Trainings, Reisen und die professionelle Betreuung, die bisher vom Verband übernommen wurden, müssen nun selbst finanziert werden. Die Kosten können schnell astronomische Höhen erreichen – bis zu 80.000 Franken pro Saison sind keine Seltenheit. Für Simone Wild, die ihre letzte Vorbereitung eigenständig planen und finanzieren musste, war dies eine schmerzhafte Erfahrung. “Wie viel es genau war, weiß ich noch nicht. Ich habe die Rechnungen vom letzten Jahr noch nicht bekommen”, erklärte sie gegenüber dem “Blick”.
Ein fehlender Hauptsponsor verschärfte die Situation zusätzlich, jedoch konnte ein Crowdfunding rund 20.000 Franken einbringen. Sportlich zeigte Wild zwar mit zwei Weltcup-Platzierungen in den Punkten (Ränge 29 und 26) Ansätze, doch für eine Rückkehr ins Team reichte es nicht aus. Als Ü30-Fahrerin hätte sie entweder in die Top 30 der Startliste oder einen Top-3-Rang im Europacup gelangen müssen. Die Konkurrenz ist schlichtweg zu groß.

Ein hoffnungsschimmer: vanessa kaspers comeback
Doch es gibt auch positive Beispiele. Vanessa Kasper, die nach einer Phase ohne Swiss-Ski-Status zurückkehrte, beweist eindrucksvoll, dass ein Comeback auf höchstem Niveau möglich ist. Die 29-Jährige ist heute hinter Camille Rast die zweitbeste Schweizer Riesenslalomfahrerin. “In der Zeit ohne Kaderstatus habe ich viel gelernt und bin selbständiger geworden”, so Kasper. Sie punktete in dieser Saison in acht von zehn Rennen und hat sich bereits neue Ziele gesetzt: “Zuerst will ich in die Top 15 und dann immer näher ans Podest.”
Die Geschichte von Vanessa Kasper ist ein Beweis dafür, dass harte Arbeit und Entschlossenheit auch ohne die volle Unterstützung des Verbandes zum Erfolg führen können. Für Simone Wild bedeutet dies, dass der Kampf um die Rückkehr in den Kader noch lange nicht vorbei ist. Die finanziellen Hürden sind hoch, aber der Wille zu kämpfen scheint ungebrochen. Die nächste Saison wird zeigen, ob sie ihr Ziel erreichen kann – und ob Swiss-Ski bereit ist, ihr eine weitere Chance zu geben. Denn eines ist klar: Talent allein reicht im Weltcup nicht aus.
