Swiatek nach überraschendem aus: "mein tennis war schrecklich"
Paris – Iga Swiatek, die vierfache French-Open-Siegerin, erlitt am Sonntag eine bittere Niederlage gegen Marta Kostyuk und schied überraschend im Achtelfinale aus. Das 5:7, 1:6 deutet auf eine tiefe Krise hin, die weit über eine einzelne unglückliche Partie hinausreicht.
Mentale blockade und körperliche beschwerden
Nach dem Spiel sprach Swiatek offen über die psychischen Belastungen und körperlichen Probleme, die ihr zu schaffen machten. „Ich habe mich schlechter und schlechter gefühlt“, gestand sie auf der Pressekonferenz. „Ich weiß, dass ich verloren habe, weil ich angespannt war. Mein Körper konnte nicht die richtigen Dinge machen.“ Die junge Polin offenbarte, dass sie zunehmend Schwierigkeiten habe, mit dem enormen Druck umzugehen, der auf ihr lastet, insbesondere wenn sie bereits einen Satzrückstand aufholt.
Besonders schmerzhaft sei die Art und Weise gewesen, wie das Match kippte. Swiatek führte im ersten Satz bereits mit 5:4, verlor dann aber die Kontrolle und gab die letzten drei Aufschlagspiele ab. „Die schlimmste Niederlage ist, wenn man das Spiel in der Hand hat, dumme Entscheidungen trifft und die Gegnerin plötzlich zurückkommt. Es ist schrecklich, wenn dein Tennis einfach schrecklich ist.“, so Swiatek frustriert.

Kein zauberer – eine lange saison vor ihr
Die sechsfache Grand-Slam-Siegerin betonte, dass sie die Ursachen für ihre Formschwankungen nicht als kurzfristiges Problem betrachtet. „Es gibt einen Grund dafür, und vielleicht gibt es auch eine Lösung. Aber das dauert möglicherweise nicht nur eine Woche oder einen Monat. Vielleicht braucht es sogar eine ganze Saison. Ich weiß nicht, wie es laufen wird. Ich bin schließlich kein Zauberer.“ Statt sich in der Analyse zu verlieren, wich sie direkten Fragen nach den Hintergründen zunächst mit einem humorvollen Kommentar aus: „Naja, wir sind hier nicht in einer Therapiesitzung. Deshalb fasse ich mich kurz.“
Die frühere Weltranglistenerste beschrieb, wie ihr Spiel im Verlauf der Partie zunehmend auseinanderfiel. „Es ging irgendwie alles drastisch bergab, und ich habe immer schlechter gespielt.“ Dabei kamen noch weitere Probleme hinzu: Ihr Aufschlag bereitete ihr erneut Schwierigkeiten, und sie klagte über Beschwerden im Ellbogen: „Meine Hand war etwas träger als sonst – aber nicht wegen der Temperatur, sondern wegen meiner heutigen Verfassung.“
Das vorzeitige Aus in Paris, am ihrem 25. Geburtstag, beraubt Swiatek der Chance auf ihren fünften Titel bei den French Open. Für Kostyuk hingegen ist der Erfolg ein Meilenstein, der ihre bisherige Karriere nachhaltig prägen wird. Ihre Leistung zeigt, dass auch junge Spielerinnen mit großem Kampfgeist etablierte Stars herausfordern können. Bleibt abzuwarten, ob Swiatek aus dieser bitteren Erfahrung die richtigen Lehren zieht und zurückkommt, gestärkt und mental widerstandsfähiger.
