Sveva alviti wird zur lea pericoli: tennis-legende erstmals als fiktiver kraftakt

Rai3 schickt am Sonntag um 23:30 Uhr Sveva Alviti auf den Platz – nicht zum Spielen, sondern um Lea Pericoli wieder auferstehen zu lassen. Die Schauspielerin übernimmt Stimme und Körper der italienischen Ikone, die 27 nationale Titel holte, zweimal die Achtelfinals von Roland Garros erreichte und als erste Frau Tennis im TV kommentierte. Illuminate nennt sich die vierteilige Reihe, die Femininum des 20. Jahrhunderts porträtiert; Pericoli ist der zweite Schlag nach der Juristin Tina Lagostena Bassi.

Ein match in drei sätzen: kindheit, glamour, krebs

Regisseur Michele Imperio erzählt Pericolis Leben wie ein Match mit Breaks, Netzroller und Tiebreaks. Die erste Aufnahme: ein Mädchen, das 1935 in Mailand geboren wird und in Afrika gegen eine Wand schlägt. Die zweite: Ted Tinlings legendäre Outfits, die sie zur Stil-Ikone machen. Die dritte: der Krebs, den sie 2024 nicht mehr schlägt, aber öffentlich bekämpft als Zeugin der LILT. Dazwischen 17 im Weltranking, Kameras, Mikrofone, rote Lippen.

Das Material ist keine staubige Archivkiste. Panatta erzählt, wie Pericoli ihm einst die Schleife zurechtzupfte. Bertoloui schwärmt vom Slice, den sie selbst aus der Hüfte feuerte. Angelo Binaghi, Präsident des italienischen Tennisverbands, liefert die Quote: „Jeder ihrer Auftritte steigerte die TV-Einschaltquote um 18 Prozent – das war 1973 ein Spitzenwert.“

Die Zuschauer erwarten keine Dokumentation, sondern ein Hybrid aus Fiction und Essay. Alviti spricht Monologe direkt in die Kamera, während Original-Filmchen einrasten. So entsteht ein Spiegelkabinett: die Spielerin, die Moderatorin, die Kranke, die Diva – alles dieselbe Frau, nur in verschiedenen Outfits.

Warum pericoli heute wichtiger ist als je zuvor

Warum pericoli heute wichtiger ist als je zuvor

Weil sie vor 50 Jahren schon zeigte, dass Stärke nicht nur aus Muskeln besteht. Weil sie bewies, dass man mit 37 noch Grand-Slam-Achtelfinals spielen kann. Weil sie als erste Frau Männer erklärte, ohne sich erklären zu lassen. Und weil ihre Erkrankung ein Tabu brach: „Ich bin krank, aber ich bin nicht weg“, sagte sie 2023 in ihrer letzten TV-Runde. Die Einschaltquoten werden es beweisen: Wer Geschichte als Netflix-Drama inszeniert, verliert gegen einen echten Film, der echtes Leben atmet.

Rai3 setzt damit einen Kontrapunkt zur ATP-Champions-Tour, die am selben Wochenende in Bologna aufschlägt. Während die Männer um Preisgeld von 300.000 Euro kämpfen, erinnert der Sender daran, dass Tennis auch ohne Preisgeld Geschichte schreibt. Die Sendung endet nicht mit einem Siegerfoto, sondern mit dem Originalton von 2019: Pericoli lacht, weil ihr Perücke vom Wind wegfliegt. „So bin ich“, sagt sie. „Authentisch bis zur letzten Haarsträhne.“