Svetislav pesic zieht sich zurück: „niemand kann mich mehr umstimmen“
Nach 45 Jahren
an der Seitenlinie legt Svetislav Pesic den Kopfhörer endgültig hin. Der 76-Jährige bestätigte im Interview der Süddeutschen Zeitung, dass er nach dieser Saison beim FC Bayern aufhört – unwiderruflich. „Es gibt jetzt keinen mehr, der mich überreden kann, kein Uli Hoeneß, kein Herbert Hainer, kein Josep Bartomeu“, sagt er. Die Playoffs, die am Wochenende beginnen, sind seine letzte Mission.Die zweite bayern-amtszeit war ein offener rechnung
Pesic kehrte 2023 zurück an die Isar, um den Nachfolger von Weltmeistertrainer Gordon Herbert zu übernehmen. Ein Schritt, den er nie bereut hat. „Sonst hätte ich mich immer gefragt, ob ich es nicht hätte machen sollen“, gibt er offen zu. Doch der Meistertitel ist alles andere als sicher. „Wir sind zwar der Favorit, aber nach den Erfahrungen, die wir gesammelt haben, sage ich: Das wird sehr schwer.“
Sein Erfolgsrezept in hohem Alter? Strenge Routinen. „Wenn ich ins Flugzeug steige, setze ich mich hin, lese ein Buch, schalte ab. Nach der Ankunft gehe ich direkt ins Hotel und schlafe.“ Training, Meeting, Spiel – alles abgefedert von zwei bis drei Fitnessstudio-Einheiten pro Woche und Radfahren. „Dann ist alles Routine.“

Die macht des trainers schwindet – der showfaktor wächst
Pesic blickt auf mehr als vier Jahrzehnte voller Titel, Emotionen und Wandel. „Trainer heute haben weniger Macht. Der Einfluss ist geringer, viele wollen am Erfolg teilhaben“, kritisiert er. „Man wird schnell hochgelobt, aber genauso schnell fallen gelassen.“ Spitzensport sei heute „viel mehr Show und Geschäft als früher“, wenngleich Europa noch nicht ganz auf US-Niveau angekommen sei.
Trotzdem will er dem Klub nicht ganz entschwinden. Mit Präsident Hainer hat er bereits gesprochen: „Ich denke, wir werden eine Aufgabe für mich finden.“ Wie genau diese Rolle aussehen könnte, ließ er offen. Fest steht nur: Die Ära Svetislav Pesic als Chefcoach endet 2026 – mit oder ohne Meisterschale.
