Super-league-talente schlagen alarm: cies-studie zeigt basler und zürcher in top-5

Zwei Schweizer U-21-Akteure schaffen es in eine europäische Sonderliste, die Trainer vor allem zweier Ligen aufhorchen lässt. Nach Auswertung von 900 Minuten Spielzeit stellt das Fussballobservatorium CIES den 19-jährigen FCZ-Sechser Cheveyo Tsawa und den 18-jährigen Basler Verteidiger Andrej Bacanin unter die weltbesten Passgeber ihrer Altersklasse.

Die zahl, die scouts notieren: 1,25 key passes pro 90 minuten

Tsawa liegt mit dieser Quote im defensiven Ranking auf Platz 4, Bacanin folgt mit 1,11 auf Rang 5. Die Statistik berücksichtigt ausschliesslich Länder, die hinter den grossen fünf Topligen einzuordnen sind – also genau jene Märkte, in denen Talente zuerst beobachtet werden, bevor die Grossen zuschlagen. Dass dabei zwei Akteure aus der Super League auftauchen, ist kein Zufall, sondern Resultat gezielter Reifung.

Beim FCB profitiert Bacanin davon, dass Stephan Lichtsteiner ihn in der Rückrunde stärker auf die halbrechte Aussenbahn schob. Die Position erlaubt ihm diagonal Zuspiele in die Tiefe statt reine Sicherheitspässe – ein Kniff, das seine entscheidenden Vorstösse vervielfacht. Tsawa wiederum nutzt die Spielstruktur von Trainer André Breitenreiter, die den jungen Schweizer dicht an der Zehner-Zone operieren lässt und so die Distanz zum Tor verkürzt.

Wintergerüchte werden lauter – und jetzt?

Wintergerüchte werden lauter – und jetzt?

Bereits im Januar testete Middlesbrough offiziell Interesse an Tsawa, intern sprach man beim FCZ von „noch nicht reif“. Die CIES-Auswertung liefert nun Argumente für den Gegenteil-Beweis. Basels Bacanin, erst vor zwölf Monaten aus der eigenen Jugend hochgezogen, besitzt einen bis 2026 laufenden Vertrag, doch die Ablöseklause liegt laut Vereinskreisen unter drei Millionen Euro – ein Betrag, der für Klubs aus England oder Frankreich mittlerweile Routine ist.

Die Botschaft ist klar: Wer nächste Saison früh investiert, erhält möglicherweise einen Rabatt, bevor die nächste Datenabfrage die Preise in die Höhe treibt. Super-League-Trainer kennen die Zahlen längst, denn das interne Scouting arbeitet mit denselben Parametern. Das Duell am 14. Spieltag zwischen Basel und Zürich könnte deshalb zum Praxistest werden – mit zwei Jungprofis, die nicht nur verteidigen, sondern das Spiel selbst schreiben.