Super league: der frühe liga-split verpasst dem spielplan einen kick
Die Swiss Football League hat es eilig – und das ist neu. Erstmals seit der Einführung des Schotten-Modus stehen die Gruppen zwei Spieltage vor dem 33. Spieltag fest. Die Folge: Die Pläne für die Championship- und Relegation-Phase konnten bereits am Montag veröffentlicht werden. Ein Novum, das hinter den Kulissen für Erleichterung sorgt.
Warum der frühe split ein glücksfall ist
Die Logistik der Super League ist ein Puzzle aus 22 Datumswürfen, TV-Rechten und Stadienbaukarten. Normalerweise wird dieses Puzzle erst in der letzten Woche vor dem Saison-Ende zusammengesetzt – mit viel Klebeband und Glück. Doch weil in dieser Saison kein Team mehr die Seite wechselt, haben die Planer freie Bahn. Die Heimspiel-Verteilung lässt sich nun exakt austarieren: Jeder Klub erhält 19 Heimspiele, keiner muss befürchten, dass ein Nachholtermin ins Leere läuft.
Doch der Schein trügt. Wer genau hinschaut, entdeckt Risse im Lack. Der FC St.Gallen musste in der Vorsaison mit nur 18 Heimspielen auskommen, während Lausanne 20-mal vor heimischer Kulisse antrat. Dieses Defizit wird auch 2024/25 nicht ausbalanciert. Die Ostschweizer verlieren damit rund eine halbe Million Franken an Ticket- und Catering-Erlös – ein Schmerz, der sich in der Budgetplanung bemerkbar macht.

Altlasten bleiben, neue entstehen
Ein Blick auf die Head-to-Head-Duelle offenbart weitere Ungleichgewichte. Zwischen Basel und Servette wurde seit der Modus-Einführung bereits sechsmal im St. Jakob-Park gekickt, in Genf dagegen nur viermal. Gleiches Bild bei Lausanne gegen YB: Sechs der zehn Partien fanden in der Lavaux-Stadt statt. Die Argumentation der Liga lautet: „Wir kompensieren in der laufenden Saison.“ Doch das klingt nach Flickwerk, nicht nach Fairness.
Das größte Problem aber lauert im Abstiegskampf. Winterthur und Grasshopper haben ihr letztes Aufeinandertreffen in der First Stage 3:3 gefeiert – ein Resultat, das die Bilanz auf 6:5 für Winterthur verkürzt. Ein Ausgleich wäre erst 2026 möglich, vorausgesetzt, beide schaffen den Klassenerhalt. Aktuell rangieren die beiden Klubs auf den Plätzen neun und zehn. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Rechnung jemals aufgeht, tendiert gegen null.
Die Liga weist auf 19 Heimspiele pro Verein, ausgeglichene Viert-Spiele und früh feststehende Termine hin. Doch wer die Zahlen studiert, erkennt: Der Modus ist erst dann wirklich gerecht, wenn alle Altlasten abgebaut sind. Solange bleibt der frühe Split ein administrativer Erfolg – und ein sportlicher Kompromiss.
