Stützle schockt tampa, mcdavid verreckt in utah – playoff-karten jetzt krieg

Edmonton kassiert in Salt Lake City das fünfte Auswärtstor in der Verlängerung und rutscht an der West-Fassade der Postseason vorbei. Ottawa feiert Tim Stützle als Doppelmörder, Boston verschenzt den Vorabzug – und Marco Sturm schlägt mit der Faust aufs Pult.

Mcdavids einsatz reicht nicht, draisaitls fehlen zählt doppelt

Connor McDavid erzielte zwei Assists, traf selbst aber nicht – und das war der Unterschied. Ohne Leon Draisaitl wirkt Edmontons Top-Line wie ein Ferrari mit nur drei Zylindern. Utahs J. J. Peterka netzte früh, dann schaukelte sich das Spiel zur Achterbahn. 5:5 nach 60 Minuten, 5:6 nach 65. Die Oilers bleiben bei 88 Punkten, vier Partien noch, Tabellenplatz fünf – das Wildcard-Klo hat scharfe Kanten.

Die Mammoth dagegen springen auf Rang eins der hinteren Tür und dürften bei Home-Ice gegen Winnipeg schon planen. Kleiner Trost für Edmonton: Die restlichen Gegner sind San Jose (zweimal) und Anaheim – theoretisch machbar, wenn die Kräfte reichen.

Stützles show – ottawa erlegt tampa im schongang

Stützles show – ottawa erlegt tampa im schongang

Tim Stützle brauchte 44 Sekunden, um das Eis in Kanadas Hauptstadt zu spalten. Tor Nummer 32, Assist Nummer 53 und 54 – 6:2 stand es, als die Sirene Tampa in die Kabine schickte. Die Senators springen auf 92 Zähler, zwei vor Columbus, die Playoffs rücken in greifbare Nähe. „Wir wollen nicht reden, wir wollen spielen“, sagte Stützle, aber seine Augen glühten wie das rote Lamellen-Logo auf seiner Brust.

Dabei war Ottawa vor vier Wochen noch Trittbrettfahrer. Drei Siege in Folge, dazu ein Schedule, das Philadelphia und Buffalo verspricht – das könnte reichen, um die 16 Jahre alte Durststrecke zu beenden.

Boston verspielt matchball – sturm schießt gegen pfiffkonzert

In Carolina lag Boston zwei Mal in Führung, kassierte aber das 6:5 in der Verlängerung. Für Marco Sturm ein Déjà-vu: „Wir machen es uns selbst unnötig schwer.“ Mit 91 Punkten führen die Bruins zwar noch die Wildcard-Tabelle, aber Columbus schnüffelt nur drei Zähler dahinter. Lukas Reichel saß durchgängig auf der Bank – ein Indiz dafür, wie tief der Kader inzwischen ist.

Die Hurricanes festigen Platz zwei der Metropolitan Division und könnten im ersten Rundenserie gegen die Rangers rennen. Boston muss nun mindestens zwei der letzten drei Partien gewinnen, um nicht auf fremde Schützenhilfe zu hoffen.

Seider und konsorten – detroit hängt am seidenen faden

Moritz Seider lieferte die Vorlage zum 3:3, doch im Penaltyschießen traf nur der Gegner. Die Red Wings verpassen den Big Point und bleiben bei 86 Punkten – drei hinter Columbus, vier hinter Ottawa. Die Uhr tickt. „Wir haben noch ein Leben, aber es liegt am Rand des Messers“, sagte Coach Derek Lalonde. Bei noch drei Spielen braucht Detroit einen Lauf und gleichzeitig Ausrutscher der Konkurrenz. Die Wahrscheinlichkeit liegt bei 18 Prozent – laut Modellen, nicht nach Gefühl.

Die zahlen, die brennen

18,3Prozent Chance für Detroit auf die Playoffs. 92 – Punkte der Senators, die beste Bilanz seit 2017. 5 – Gegentore in der Overtime für Edmonton in den letzten sieben Spielen – ein NHL-Rekord, den niemand haben will. 0 – Einsätze von Leon Draisaitl seit 15. März, und kein Comeback in Sicht.

Die Saison kocht auf Endtemperatur. In zehn Tagen ist Entscheidung – wer zittert, wer träumt, wer packt schon die Golfschläger aus. Die Antwort liegt nicht in den Statistiken, sondern in den Nerven der Männer, die morgen wieder aufs Eis steigen.