Stuttgart, wolfsburg, turin: die autoblase platzt schon wieder
979.321 Neuzulassungen im Februar klingen nach Erleichterung, doch der Schein trügt. Unter der Haube der europäischen Statistik brodelt ein Markt, der sich mit Tempo 30 in die Zukunft quält – und dabei vergisst, dass die Preise für Strom und Batterien schon längst die nächste Rezension schreiben.
Elektro-hype und hybrid-hickhack
18,8 Prozent E-Auto-Anteil, 38,7 Prozent Hybride: Die Zahlen jubeln, die Kasse weint. Denn hinter jedem zweiten „grünen“ Neuwagen steht ein Hersteller, der seine CO₂-Strafe lieber an die Kunden als an Brüssel weitergibt. Die Folge: Wer heute einen batterieelektrischen VW ID.3 bestellt, zahlt in Deutschland bis zu 7.000 Euro mehr als vor zwei Jahren – trotz sinkender Rohstoffkurse. Die Logik? Gibt es nicht mehr, sagt ein Einkaufsmanager bei Stellantis trocken: „Wir rechnen mit Preiswürdigkeit, nicht mit Preiswahrheit.“
Frankreich und Deutschland feiern Doppelmargen: +38,5 und +26,3 Prozent bei den Stromern. Doch die Niederlande brechen um fast 35 Prozent ein – das schnellste Ladenetz Europas wird zur Falle, weil die Subventionen wegfallen und die Privatleasing-Raten explodieren. Belgien folgt mit minus 11 Prozent. Das ist kein Ausrutscher, das ist ein Vorgeschmack auf 2027, wenn die nächste EU-CO₂-Staffel losgeht und die Hersteller erneut Rabatte versprechen, die sie sich später von der Rendite holen.

Benziner sterben lautlos, diesel kriegen den rest
23,3 Prozent Minus bei den Benzinern in nur zwei Monaten. Frankreich presst die Lüge des „sanften Ausstiegs“ auf 48,5 Prozent. Paris will 2027 keine Neuzulassungen mehr, also stopft der Händler jetzt schon die letzten Modelle in die Flotten – und die Privatkunden fliegen raus. Diesel? Längst Leichengräber-Statistik: 8,1 Prozent Marktanteil, Tendenz: Grabrede. Doch niemand redet über die Tausende gebrauchter Euro-6-Diesel, die nach Afrika und nach Osten verschifft werden – dort fährt man weiter, nur ohne Filter. Die Bilanz der sauberen West-Öko-Wende: Dreck verlagern statt verhindern.
Plug-in-Hybride sind der neue Betrug. +116,1 Prozent in Italien, weil die Prämie bis 4.000 Euro fließt – und weil die meisten Modelle nach dem ersten Jahr nie wieder an die Ladesäule kommen. Die Technik ist legal, die Nutzung ein Schlag in die Magengrube der Klimabilanz. Ein Ingenieur von Fiat lacht bitter: „Unser 1,3-Liter-Motor läuft im Leerlauf sauberer als der durchschnittliche PHEV nach 30.000 Kilometern, weil der Kunde das Kabel im Keller lässt.“
Byd fegt durch, vw strauchelt, stellantis tanzt auf dem vulkan
+162,3 Prozent Zuwachs für Byd im Februar – das ist kein Sieg, das ist eine Invasion. Die Chinesen liefern jetzt schon jeden dritten elektrischen Transporter in Europa und kaufen sich in Rotterdam ihre eigenen Umschlaghäfen. Tesla wächst nur noch einstellig, weil der Giga-Berlin-Fokus auf die USA verlagert wird. VW? Plus 2,2 Prozent klingt wie ein Erfolg, doch das Kernmarken-Minus von 4,2 Prozent zeigt: Skoda rettet den Konzern, nicht Wolfsburg.
Stellantis schreibt schwarze Zahlen dank Fiat (+49,4 %) und Opel (+30,5 %), aber Peugeot und Alfa Romeo rutschen zweistellig. Die Gewinner sind die, die früher als alle anderen auf Hybrid umgestellt haben – und die Verlierer jene, die noch glauben, ein neues Logo repariere ein altes Produktportfolio. Lustlos feiert die Presseabteilung den „Erfolg“, während auf dem Parkplatz in Mirafiori 15.000 unverkaufte Autos stehen – ein stiller Friedhof voller Blech und Hoffnung.
Der Blick zurück auf 2019 ist ein Schlag ins Kontor: 30,4 Prozent weniger in Frankreich, 24,2 in Deutschland. Die Märkte schrumpfen schneller als die Bevölkerung altert. Wer heute einen Verbrenner kauft, bekommt in vier Jahren beim Wiederverkauf ein Erlebnis, das an den Bitcoin-Crash von 2018 erinnert: Der Wagen ist mehr wert als Schrott als als Auto. Die Banken rechnen bereits mit Restwerten von 35 Prozent nach drei Jahren – früher waren es 55. Die Automobilindustrie hat sich in eine Öko-Ecke manövriert, aus der es kein Zurück und kein Durchkommen gibt, nur ein teures Weiter-so. Die Devise lautet: Abgaswelt retten, Kundenwelt verlieren. Und das ist keine Frage, sondern ein Fakt, der morgen schon die nächste Quartalswarnung schreibt.
