Stuttgart stoppt leipzig und zwängt sich vor die königsklasse

Deniz Undav traf, RB Leipzig stolperte – und plötzlich riecht der VfB Stuttgart wieder nach Champions League. Mit dem 1:0 im Top-Duell schob sich der Schwabe acht Spieltage vor Schluss auf Rang vier und schickt die Sachsen erst einmal in die Zwangspause.

Hoeneß’ generalprobe misslingt leipzig

Sebastian Hoeneß hatte vor dem Anpfiff zwei Sätze parat: „Wir müssen abliefern“ und „Es treffen zwei sehr gute Mannschaften aufeinander.“ Beide stimmten, nur eine lieferte ab. Der VfB dominierte die erste halbe Stunde geduldig, ließ den Ball laufen und wartete auf den Moment, in dem Leipzigs Pressing bröckelt. Der kam in der 56. Minute, als Marten Vandevoordt einen Pass genau in die Füße von Chris Führich spielte. Der Deutsche legte quer, Undav schob ein – sein 16. Liga-Treffer, sein wichtigster.

Die Folge: Stuttgart zog sich nicht zurück, spielte aber mit dem nötigen Nervenkitzel. Leipzig? Kam erst in der Nachspielzeit noch einmal richtig gefährlich, als Willi Orban den Pfosten köpfte. Es war der letzte Warnschuss, mehr nicht. Die Sachsen verlieren damit das drite Auswärtsspiel in Folge und rutschen auf Platz fünf – drei Punkte hinter Stuttgart.

Nübel und der pfosten retten die vier

Nübel und der pfosten retten die vier

Alexander Nübel war es, der in der 53. Minute mit einer Hand-Parade und Pfostenhilfe den 0:1-Rückstand verhinderte. Ein Spieler, der seit Wochen in Topform ist und mittlerweile mehr als nur eine Ausleihe vom FC Bayern wirkt. „Wir stehen als Team“, sagte er nach Abpfiff knapp. Die Statistik spricht für ihn: Seit sieben Heimspielen kassierte Stuttgart nur noch vier Gegentore.

Die Generalprobe für Porto ist damit gelungen. Am Donnerstag geht’s in die Europa-League-Retour, wo nach dem 1:2 im Hinspiel noch das erste Viertelfinale seit 1998 winkt. Die Belastung ist enorm, der Kader schmaler als bei den Konkurrenten. Aber Hoeneß’ Mannschaft spielt sich gerade in eine Form, die sogar das große Ziel Königsklasse wieder realistisch erscheinen lässt.

Leipzig dagegen muss sich fragen, ob die Marschroute Europa League nicht schon jetzt eingeschlagen werden muss. Die Sachsen wirkten in Stuttgart ideenlos, als hätte sich die Kreativität mit dem Winter verabschiedet. Für Marco Rose wird die Lage enger – und die Konkurrenz dahinter größer.

Stuttgart feiert, Leipzig zählt. In acht Spieltagen kann sich das Bild noch drehen. Doch wer den VfB derzeit sieht, spürt: Dieses Team glaubt wieder an das, was vor Saisonbeginn niemand für möglich hielt.