Stuttgart ringt freiburg nieder und darf gegen bayern um pokal-double pokern

Der VfB Stuttgart schlägt den SC Freiburg in der Verlängerung, darf am 23. Mai im Olympiastadion gegen den FC Bayern um das Double spielen – und beweist einmal mehr, dass dieser Klub momentan nur noch von Sieg zu Sieg tanzt.

Ein kopfball, ein pfosten, ein jubeltraum

Es war die 119. Minute, als Tiago Tomás, gerade erst eingewechselt, einen abgewehrten Ball aus zwölf Metern versenkte. Das Neckarstadion explodierte, die Freiburger Knie klappten weg. Der Portugiese traf nicht einfach spät – er traf historisch. Denn damit steht Stuttgart im zweiten Pokalfinale binnen zwei Jahren, nachdem man 2023 gegen Frankfurt jubelte.

Die Vorlage lieferte Deniz Undav, der zuvor selbst den Ausgleich erzielt hatte. Der Nationalstürmer jagt derzeit alles an, was rund ist: 17 Pflichtspieltore in diesem Frühjahr, kein deutscher Angreifer ist effizienter. Als er in der 82. Minute den Pfosten traf, schien das Schicksal sich gegen den VfB zu verschwören. Doch der Club spuckte Blut, wie Trainer Sebastian Hoeneß nach dem Schlusspfiff betonte: „Die Jungs wollten unbedingt zurück nach Berlin. Das haben sie sich erzwungen.“

Freiburg verpasst das double – und muss nach europa

Freiburg verpasst das double – und muss nach europa

Der SC Freiburg, durch Maximilian Eggestein in Front gegangen, verpasst die erste von zwei möglichen Titeln. Nun zählt nur noch die Europa League: Am 30. April und 7. Mai geht es gegen Sporting Braga um das Halbfinale. Vincenzo Grifo hatte vor dem Anpfiff betont, den „Flow“ der letzten Wochen mitzunehmen. Der Flow reichte eben nur bis zur 119. Minute.

Bundestrainer Julian Nagelsmann saß in der Haupttribüne und notierte sich eifrig: Mit Undav, Angelo Stiller und Chris Führich lieferten gleich drei deutsche WM-Kandidaten eine Leistungsprobe. Besonders Führich peitschte den Ball in der 96. Minute an den Pfosten, ehe Tomás den Abpfiff verhinderte.

Bayern wartet – und die statistik spricht gegen stuttgart

Bayern wartet – und die statistik spricht gegen stuttgart

Am 23. Mai trifft der VfB im Finale auf den FC Bayern, der Bayer Leverkusen mit 2:0 aus dem Bewerb warf. Die Bilanz? Zweimal standen sich beide Teams im Endspiel gegenüber – 1986 und 2013 –, beide Male jubelten die Münchner. Doch diese Stuttgart-Mannschaft frisst Statistiken zum Frühstück. Seit 17 Pflichtspielen ist sie ungeschlagen, in dieser Serie holte sie 43 von 51 möglichen Punkten.

Die Siegesserie könnte noch einen draufsetzen: Gewinnt der VfB das Double, wäre er erst der zweite Klub nach dem FC Bayern, der innerhalb von zwei Jahren Pokal und Meisterschaft holt. Die Chance ist real – und sie riecht nach Neckar und Champagner.