Stuttgart demontiert wolfsburg: 4:0 und abstiegsangst wächst
Es war keine Partie, es war eine Abrechnung. Der VfB Stuttgart hat den VfL Wolfsburg am 24. Spieltag mit 4:0 aus der MHPArena gefegt und dabei so wenig Mühe gehabt, dass man sich fast schon fremdschämte für die Niedersachsen. Deniz Undav (21.), Jamie Leweling (30., 42.) und Nikolas Naartey (90.+5) schossen den Sieg heraus — drei davon bereits in der ersten Hälfte. Wolfsburg war nie da.
Führich als taktgeber, leweling als vollstrecker
Chris Führich war von der ersten Minute an der Mann, der die Wolfsburger Hintermannschaft in den Wahnsinn trieb. Links außen, unberechenbar, mit Tempo und Idee. Sein Schuss aus spitzem Winkel zwang Keeper Kamil Grabara zu einer starken Parade (14.), kurz darauf bereitete er den Führungstreffer vor: Flanke scharf vors Tor, der Ball prallte von Ermedin Demirovic ab — und Undav stand goldrichtig, um aus fünf Metern unter die Latte zu vollenden.
Wolfsburg? Spielerisch ideenlos. Keine Tiefe, kein Rhythmus, keine Überzeugung. Der VfB dagegen wirkte, als hätte er noch drei weitere Gänge in Reserve. Nach dreißig Minuten legte Leweling das 2:0 nach — Undav auf Führich, Führich quer, Leweling einschussbereit. Zwölf Minuten später das 3:0: Ein weiter Einwurf von Demirovic überforderte die Wolfsburger Abwehr, Leweling stand völlig frei und traf per Dropkick. 100 km/h, leicht abgefälscht, unhaltbar. Das war kein Fußball mehr, das war Exekution.

Lovro majers verpasste chance — symptomatisch für alles
Kurz vor der Pause gab es den Moment, der Wolfsburgs Abend auf den Punkt brachte. Lovro Majer lief nach einem gebockten Ball völlig frei auf Alexander Nübel zu. Schuss rechts vorbei. Kein Tor, kein Anschluss, keine Hoffnung. Wer in solchen Momenten nicht trifft, verliert nicht nur Spiele — der verliert Glauben.

Bauers dreifachwechsel blieb ohne wirkung
Trainer Daniel Bauer reagierte zur Halbzeit mit einem Dreifachwechsel: Majer, Adam Daghim und Mohamed Amoura raus, Kento Shiogai, Jonas Adjetey und Dzenan Pejcinovic rein. Die zweite Hälfte blieb trotzdem ein Verwaltungsakt für Stuttgart. Bauer, der im November das Traineramt von Paul Simonis zunächst interimistisch übernahm und dann einen Vertrag bis Sommer 2027 bekam, hat aus 14 Spielen gerade einmal drei Siege geholt. Die Diskussionen über seine vorzeitige Ablösung werden nach diesem Auftritt lauter werden — und das zu Recht.

Wolfsburg auf abstiegsplatz 17, stuttgart auf champions-league-kurs
Die Tabelle lügt nicht. Wolfsburg ist auf Platz 17 abgerutscht, hat drei Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz und wartet seit sieben Spielen auf einen Sieg. Der VfL empfängt nächste Woche den Hamburger SV — ein Kellerduell mit allem, was dazugehört.
Stuttgart hingegen bleibt Tabellenvierter, hat Punkte auf Dortmund, Hoffenheim und Leverkusen gutgemacht und hält den Champions-League-Kurs. Naartey sorgte spät noch für den Endstand (90.+5), Vorarbeit von Tiago Tomas. Das 4:0 schmeichelte Wolfsburg nicht — es beschrieb nur präzise, was auf dem Platz zu sehen war. Nächste Station für den VfB: Samstag, 15:30 Uhr beim 1. FSV Mainz 05.
Wolfsburg hat ein ernstes Problem. Und es hat einen Namen: Abstiegskampf.
