Stuttgart demontiert wolfsburg 4:0 – abstieg rückt näher

Es war keine Partie, es war eine Abrechnung. Der VfB Stuttgart hat den VfL Wolfsburg am 24. Spieltag mit 4:0 regelrecht auseinandergenommen – und die Wolfsburger Abstiegsnot damit auf ein neues, beängstigendes Niveau gehoben. Schon zur Halbzeit stand es 3:0. Das Spiel war längst entschieden, bevor die Gäste überhaupt begriffen hatten, was mit ihnen passiert.

Undav und leweling machen kurzen prozess

Deniz Undav eröffnete das Schützenfest in der 21. Minute – ein Abstauber aus fünf Metern, unspektakulär in der Entstehung, aber symptomatisch für die Effizienz des VfB. Jamie Leweling legte doppelt nach: erst in der 30., dann in der 42. Minute. Sein zweiter Treffer war der Höhepunkt des Abends – ein satter Dropkick nach einem langen Einwurf, der die überforderte Wolfsburger Hintermannschaft schlicht überrollte. Der Ball schlug mit über 100 km/h ein. Nikolas Naartey besorgte in der Nachspielzeit das 4:0.

Triebfeder des Stuttgarter Spiels war Chris Führich. Der Nationalspieler auf der linken Seite trieb, dribbelte, passte – und zwang Wolfsburgs Keeper Kamil Grabara bereits in der 14. Minute zu einer starken Parade. Führich war das Metronom, nach dem Stuttgart den ganzen Nachmittag spielte.

Wolfsburg: sieben spiele ohne sieg, platz 17, trainer unter druck

Wolfsburg: sieben spiele ohne sieg, platz 17, trainer unter druck

Auf der anderen Seite des Platzes: komplettes Schweigen. Wolfsburg brachte in 90 Minuten so gut wie keine Torgefahr zustande. Die einzige nennenswerte Chance gehörte Lovro Majer kurz vor der Pause – er schoss freistehend rechts am Tor vorbei. Ein Bild für die gesamte Saison.

Trainer Daniel Bauer reagierte zur Halbzeit mit einem Dreifachwechsel in der Offensive. Majer, Adam Daghim und Mohamed Amoura mussten runter. Geholfen hat es nichts. Aus 14 Spielen unter Bauer holte Wolfsburg nur drei Siege – und die Diskussion über seine Ablösung ist längst kein Tabuthema mehr im Umfeld des Klubs.

Der VfL steht auf Platz 17, bereits drei Punkte hinter dem rettenden Ufer. Sieben Spiele ohne Sieg. Die Leistung aus Stuttgart ließ wenig Spielraum für Optimismus.

Stuttgart bleibt auf champions-league-kurs

Stuttgart bleibt auf champions-league-kurs

Während Wolfsburg tiefer in die Krise rutscht, festigt der VfB seine Position im oberen Tabellendrittel. Als Tabellenvierterer hat Stuttgart gegenüber Dortmund, Hoffenheim und Leverkusen Punkte gutgemacht – die Champions League ist kein Traum mehr, sondern ein realistisches Ziel.

Nächste Woche gastiert Stuttgart beim 1. FSV Mainz 05 (15:30 Uhr). Wolfsburg empfängt zur selben Zeit den Hamburger SV – ein Duell, das angesichts der aktuellen Form des VfL alles andere als ein Selbstläufer ist. Für Bauer könnte es das Spiel seiner Trainerkarriere in Wolfsburg werden.