Sturz in den tod: party vor dem azteken-auftakt endet in tragödie

Ein betrunkener Fan krachte am Samstag aus zwölf Metern in die Logentribüne des Estadio Azteca – und war Sekunden später tot. Die Wiedereröffnung des Mythos-Stadions, das ab 11. Juni Weltcup-Spiele empfängt, begann mit einem Knall, der kein Jubel sein konnte.

Der sprung, der alles beendete

Er wollte nur ein Stockwerk tiefer. Stattdessen rutschte er an der Außenfassade ab, prallte gegen Stahlgeländer und landet auf dem Beton der Erdgeschoss-Loge. Sanitäter kämpften 20 Minuten, doch die Wucht war zu groß. Die Partie Mexiko gegen Portugal startete trotzdem – nur die Stimmung blieb auf dem Feld.

Die Polizei sperrte einen Kilometer rund uhr das Stadion ab. Keine Trommeln, keine Gesichter in Grün-Weiß-Rot, nur Metallzaune und Funkgerätknacken. Die Anhänger schlichen wie in einem Flughafen-Terminal, wo man vergessen hat, dass hier sonst Gänsehaut entsteht.

Azcárraga und infantino: applaus gegen die stille

Azcárraga und infantino: applaus gegen die stille

Im Innenraum strahlte Emilio Azcárraga, TV-Mogul und Clubboss, Zuversicht. FIFA-Präsident Gianni Infantino lächelte, während die Tribünen halb leer blieben. Neue Sitze, LED-Wall, Surround-Sound – alles da. Nur die Seele, die brüllte früher, schien beim Toten zu bleiben.

Der alte Azteka schoss Maradona zu Weltruhm, begrub Pelés Tausendstes, feierte Aguirres Sommermärchen. Jetzt steht ein funkelnder Kasten da, der vergessen hat, wie man zaubert. Die Zahl des Tages: 0,3 Promille – so viel Alkohol hatte der Tote im Blut. Die wahre Zahl aber lautet 1: ein Mensch weniger, der je „¡Gooool!“ schreien wird.