Sturm legt wm-spiel frankreich gegen irak unterbricht!
Ein dramatischer Moment im Fußball-Weltcup: Das Gruppenspiel zwischen Frankreich und Irak musste aufgrund eines heftigen Sturms unterbrochen werden – und schreibte damit Sportgeschichte. Es ist das erste WM-Spiel, das aufgrund des Wetters unterbrochen wurde, und das zweite überhaupt, was an die legendäre "Schlacht vom Wasser" zwischen Deutschland und Polen 1974 erinnert.

Ein vorgeschichte von wasserspielen
Die "Schlacht vom Wasser" im Jahr 1974, bei der Deutschland gegen Polen spielte, hatte eine ähnliche Ursache: Das Spielfeld war vollständig überflutet, was zu einer einstündigen Verschiebung des Anstoßes führte, bis die Maschinen das Feld spielbereit gemacht hatten. Die aktuellen Wettervorhersagen erwiesen sich als zutreffend, und bereits anderthalb Stunden vor dem Spiel prallte ein erster Sturm auf. Die Behörden rieten den Zuschauern, auf sichere Orte zu begeben, bis das Unwetter vorüber war.
Doch dann kam es zum zweiten Sturm, nur 37 Minuten nach Spielbeginn. Obwohl die erste Halbzeit komplett gespielt wurde – inklusive der Nachspielzeit bis zur 50. Minute – wurden die Zuschauer wenig später über die Lautsprecher aufgefordert, Schutz zu suchen, und das Spiel wurde unterbrochen. Die Behörden griffen auf das Protokoll zurück, das vorsieht, dass ein Spiel bei einem Blitzeinschlag oder erkennbaren elektrischen Entladungen innerhalb eines Radius von 8 Meilen (ca. 13 Kilometern) unterbrochen werden muss.
Die Wartezeit: Ein Wettlauf gegen die Zeit Die Spieler suchten Schutz in den Umkleidekabinen, während eine 30-minütige Wartezeit begann. Sollte in dieser Zeit keine weitere Gefahr auftreten, sollten alle Beteiligten ihre Positionen wieder einnehmen. Die Nerven lagen blank, während ein Mitarbeiter unter dem tobenden Sturm Schutz suchte. Die FFF (Fédération Française de Football) kündigte an, die Spieler würden um 18:40 Uhr zurückkehren und es gäbe 20 Minuten Aufwärmzeit – doch auch das zerschlug sich.
Stattdessen gab es zunächst eine 15-minütige Verschiebung, die dann auf eine halbe Stunde ausgedehnt wurde, da das Protokoll nicht erfüllt werden konnte. Schließlich betraten die Spieler um 19:25 Uhr das Feld, und es wurde angekündigt, dass das Spiel um 19:50 Uhr neu beginnen würde – eine weitere halbe Stunde Verspätung. Die Organisation verzichtete auf eine Trinkpause. Insgesamt wurden zwei Stunden und zehn Minuten Spielzeit durch den Sturm unterbrochen.
Auch nachdem die unmittelbare Sturmgroße nachgelassen hatte, hörte der Regen nicht auf. Die Spieler beider Mannschaften wärmten sich unter einem heftigen Regenschauer auf. Der Rasen konnte einen Teil des Wassers aufnehmen, aber das Spiel war alles andere als einfach, da das Feld sehr schwer war. Helfer versuchten mit Walzen, so viel Wasser wie möglich zu entfernen, bevor das Spiel neu begann.
Vorbildliche Unterbrechungen: Die Lehren aus der Vergangenheit Diese Situation ist keine Einzigartigkeit. Bereits bei Weltclubturnieren wurden Protokolle aufgrund von Gewitterwarnungen angewendet. Das Benfica-Chelsea-Spiel in Charlotte dauerte beispielsweise unglaubliche 4 Stunden und 38 Minuten, da es durch Gewitter unterbrochen wurde. Auch das Training der spanischen Nationalmannschaft in Chattanooga (Tennessee) musste nach 15 Minuten aufgrund eines Sturms unterbrochen werden. Das Benfica-Auckland City-Spiel in Orlando und das Pachuca-Red Bull Salzburg-Spiel erlebten ebenfalls lange Unterbrechungen – eine Stunde und 40 Minuten bzw. eine Stunde.
