Sturm jagt salzburg in die krise – das finale beginnt heute

19.30 Uhr, Liebenau: Wenn Sturm Graz den FC Red Bull Salzburg erneut bezwingt, könnte die Meisterschaft schon vor Ostern gelaufen sein. Die Bullen droht nach drei Pleiten in Serie beim vierten Rückschlag die dritte Saison ohne Titel – und das wäre für den Klub mit dem höchsten Budget der Liga ein Beben der Stärke 7 auf der Richterskala.

Salzburg steht mit dem rücken an der wand

Karim Konate sprach es nach dem 0:1 gegen Rapid aus, was alle denken: „Wir stecken in Scheiße.“ Drei Niederlagen, null Tore, ein Platzverlust für Joane Gadou – die Zahlen sind so hart wie der Kunstrasen in Liebenau. Trainer Daniel Beichler versucht, den Druck mit Meditationssprüchen zu dämpfen: „Die Tabelle zählt nicht.“ Die Realität sieht anders aus: Bei einer erneuten Niederlage wären sieben Punkte Rückstand auf die Spitze zu viel, selbst für ein Team, das seit Jahren mit Turbo spielt.

Die Probleme liegen tiefer. Salzburg wirkt nicht nur erschöpft, sondern ideenlos. Die Pressing-Maschine funktioniert nur noch stotternd, die einstige Ballsicherheit gleicht einem Ladekabel mit Bruchstellen. Und die Bank? Die Bank ist jung, grün und noch nicht bereit, ein ganzes Bundesland zu tragen.

Sturm hat den schwung und den georgier

Sturm hat den schwung und den georgier

Während die Bullen taumeln, braut sich in Graz etwas zusammen, das man seit Jahren vermisst: Selbstvertrauen. Vier Spiele ohne Niederlage, drei Siege, ein Otar Kiteishvili, der am Freitag sein 200. Liga-Spiel bestreitet und mit zwölf Treffern schon jetzt seine beste Saison feiert. Der Georgier ist kein Spieler mehr, er ist ein Versicherungsschein mit Schuhen.

Fabio Ingolitsch schwärmt trotzdem von „neun Finale-Spielen“, doch der Coach weiß: Salzburg bleibt haushoher Favorit – nicht wegen der Form, sondern wegen des Schecks. „Die haben das größte Budget, die beste Infrastruktur, die meisten Analysten“, sagt er und klingt dabei wie ein Mann, der genau das Gegenteil beweisen will. Denn Statistiken sind schön, aber der Platz ist groß genug für eine Sensation.

Es ist das alte Duell: Geld gegen Moral, Turbo gegen Temperament, Rot gegen Schwarz. Und es ist das erste Mal seit langem, dass Sturm nicht nur mitspielen, sondern auch gewinnen kann. Die Blackies haben Salzburg in den letzten vier Duellen nicht verloren – ein Trend, der heute enden oder zur Legende werden kann.

19.30 Uhr. Anpfiff. Kein Spiel ist zu früh, um eine Saison zu beenden – oder eine neue zu beginnen.