Struff und hanfmann ziehen mit wildcards ins münchner herz ein
München rüstet sich für eine deutsche Tennis-Explosion. Jan-Lennard Struff und Yannick Hanfmann schlagen mit ihren Wildcards direkt vor heimischem Publikum auf – und das, wo Struff hier erst 2024 seinen allerersten ATP-Titel feierte. Der 34-Jährige wird am Samstag auf dem Gelände des MTTC Iphitos nicht nur Titelverteidiger sein, sondern auch lebender Beweis dafür, dass späte Karrieren plötzlich auf Sand zu Gold schmelzen können.
Struff trägt das selbstvertrauen des vorjahres in seine schläger
Die Zahl 78 – das ist Struffs aktuelle Position in der Weltliste – täuscht. Im vergangenen April schickte er Taylor Fritz im Endspiel mit 7:5, 6:3 nach Hause und katapultierte sich aus dem Schatten der ewigen deutschen Hoffnungsträger. Nun kehrt er zurück, wo seine Geschichte endlich Fahrt aufnahm. „München war der Startschuss, nicht das Ziel“, sagte er nach dem Triumph. Diese Worte hallt durch die Ballwechsel der Vorbereitung.
Hanfmann wiederum ist der Dauerbrenner, der 2017 als Qualifikant bis ins Viertelfinale rauschte und damals die Experten fragen ließ, warum er nicht schon längst in den Top 50 steht. Platz 55 zeigt: Die Antwort liegt nicht im Talent, sondern in der Konstanz. München ist sein Lieblingsboden, weil hier der Ball höher springt und seine Slice-Variante giftiger wird. Die Crowd kennt ihn, die Biergärten auch.

Acht top-20-spieler sorgen für ein feld der extraklasse
Alexander Zverev führt das deutsche Kontingent an, doch die internationale Prominenz überstrahlt selbst die heimischen Helden. Fritz kehrt als Finalgegner von 2024 zurück, Ben Shelton bringt seine 240-km/h-Aufschläge mit, und Alexander Bublik serviert zwischen den Beinen, weil es Spaß macht. Die BMW Open mutieren zum Mini-Masters vor den eigentlichen Masters – und das bei noch grünen Bäumen und kühlen Maßkrügen.
Die Organisatoren rechnen mit 45.000 Besuchern über neun Tage. Die Zahl klingt nach Sommertagtraum, doch die Nachfrage nach Tickets explodierte, als klar wurde, dass Struff seine Krone verteidigt. Ein Finale gegen Zverev? Das wäre das erste rein deutsche Endspiel seit 1996. Die Wahrscheinlichkeit liegt bei 3,7 Prozent, laut ATP-Simulator. Aber wer rechnet schon mit Wahrscheinlichkeiten, wenn München seit gestern wieder Tennis-Hauptstadt ist?
Der Countdown läuft. Die Bälle liegen bereit. Und zwei Deutsche tragen bereits das Wildcard-Feuer in ihren Taschen.
