Stransky krönt sich zum könig der importe – diese nl-stars lieferten den beweis

Matej Stransky spielte nur 46 Partien, erzielte trotzdem 53 Scorerpunkte und schlug damit selbst NHL-Millionen. Der HC-Davos-Stürmer ist und bleibt der beste Import der Regular Season – und das, obwohl er vor drei Jahren noch in der AHL vergessen schien.

Der tscheche, der die liga knackte

Stranskys Zahlen sprechen eine Sprache, die selbst Skeptiker verstummen lässt: 28 Tore, 25 Assists, MVP-Titel. Die meisten Treffer nach 42 Spielen, nur zwei Empty-Netter dabei – kein Zufall, sondern Ausdruck einer Gier, die man selbst in der NHL selten erlebt. Davos-Coach Christian Wohlwend sagt es so: „Wenn er den Puck am Schläger hat, weiß jeder im Stadion, dass gleich was passiert.“ Die Vertragsverlängerung gilt als Formsache, doch intern ist man sich sicher: Ohne Stransky kein Titel.

Hinter ihm folgt ein Schwede, der Verteidigern das Fürchten lehrte. Erik Brännström kam als vermeintliches NHL-Gestrandeter, lieferte aber 19 Tore und 24 Assists – Werte, die man zuletzt 2023 bei Henrik Tömmernes sah. Der Unterschied: Brännström traf in wichtigen Spielen, Tömmernes damals in einer verkürzten Saison. Lausanne hat mit ihm nicht nur die Powerplay-Formation neu erfunden, sondern auch die Defensive stabilisiert. Kein Wunder, dass einige Fans bereits „König Erik“ rufen – und das, nachdem er erst 18 Liga-Spiele auf dem Buckel hatte.

Die versteckten gewinner und der große verlierer

Die versteckten gewinner und der große verlierer

Markus Granlund führt die Scorerliste an, landet hier nur auf Rang fünf. Warum? 14 zweite Assists – ein Wert, der seine Punkte aufbläht, aber nicht die Entscheidungen beeinflusst. Andre Petersson dagegen traf dreimal öfter direkt, spielt dazu in einem Team, das weniger Top-Talente besitzt. Die Folge: Petersson wird in Langnau verehrt, Granlund in Genf nur anerkannt.

Der große Verlierer heißt Derek Grant. 22 Spiele fehlten dem ZSC-Lion wegen Verletzung – und genau diese Lüke kostete ihm den Sprung unter die Top 5. Pro Spiel sammelte er 0,97 Punkte, mehr als jeder andere Import außer Stransky. Die Vertragsverlängerung folgt trotzdem, denn die Lions wissen: Ein gesunder Grant ist ein Spieler, der Playoff-Serien allein drehen kann.

Simon Hrubec wiederum beweist: Konstanz zahlt sich aus. 92,2 Prozent Fangquote, sechs Shutouts – kein NL-Torhüter war besser. Doch genau diese Konstante macht ihn in Playoffs zur Zielscheibe. Gegner analysieren jeden Zentimeter seines Kastens, schießen absichtlich aus unmöglichen Winkeln. Die Frage ist nicht, ob er hält, sondern wie lange.

Die import-formel, die die liga verändert

Die import-formel, die die liga verändert

Die National League ist keine Entwickungsliga mehr – sie ist ein Schaufenster für Spieler, die in Nordamerika aus der Rolle fielen. Jesse Puljujärvi kam mit dem Stempel „Underperformer“, schoss 19 Tore und lag in der Scorerliste auf Platz drei. Filip Zadina absolvierte nur 42 Partien, war aber an 41 Toren direkt beteiligt – ohne Empty-Netter. Die Botschaft ist klar: Wer hier nicht liefert, wird woanders nicht mehr gerettet.

Und die Clubs? Sie haben gelernt, dass teure Namen allein nichts wert sind. Die erfolgreichsten Imports kosten weniger als eine durchschnittliche NHL-Bank, liefern aber mehr als jeder Schweizer Star. Die Folge: Agenten drängen ihre Mandanten in die NL, weil sie wissen: Ein Jahr hier kann eine Karriere retten – oder eine neue starten.

Am Ende bleibt ein Fazit, das sogar die Verantwortlichen überrascht: Die Liga ist schneller geworden, weil die Ausländer es vorleben. Und weil ein Tscheche namens Stransky bewies, dass man mit 53 Punkten in 46 Spielen nicht nur Titel holt, sondern auch Herzen – und vielleicht sogar ein NHL-Comeback.