Stellantis-chef filosa verspricht kurswechsel: fabriken bleiben in italien!
Rom – Antonio Filosa, der neue CEO der Stellantis-Gruppe, hat vor dem italienischen Parlament eine klare Botschaft ausgesprochen: Die Zukunft der Stellantis-Werke in Italien ist gesichert. In einer umfassenden Anhörung entwarf Filosa ein ambitioniertes Bild der kommenden Jahre, das von Investitionen, neuen Modellen und einer verstärkten Fokussierung auf den europäischen Markt geprägt ist.
Zukunft der italienischen werke geklärt
Die Bedenken vieler Parlamentarier bezüglich möglicher Standortverlagerungen oder Verkäufe von Fabriken in Italien zerstreute Filosa mit Nachdruck. Er betonte, dass Stellantis fest auf Italien setze und keine Fabriken schließen oder verkaufen werde. Insbesondere wurden die Standorte Maserati, Cassino und Atessa als nicht zum Verkauf stehend bestätigt. Auch die Produktionsstätte in Termoli habe eine wichtige Zukunft, insbesondere im Bereich der Elektromobilität.
Filosa präsentierte beeindruckende Zahlen für die ersten fünf Monate des Jahres 2026: Ein Verkaufsplus von 15 Prozent und ein Produktionsanstieg von 16 Prozent im Vergleich zum schwierigen Jahr 2025 zeigen, dass die Strategie aufgeht. Die Nutzung von Kurzarbeit konnte um 30 Prozent reduziert werden, was ein deutliches Zeichen für die Stabilisierung der Produktion ist.

Neue modelle und investitionen
Ein zentraler Punkt von Filosas Ausführungen waren die geplanten Investitionen in die italienischen Standorte. Fünf Milliarden Euro sollen in Innovation fließen, weitere sieben Milliarden Euro in die Beschaffung von Komponenten. Mirafiori wird ab 2030/2031 zum Produktionsstandort für die neue Fiat 500 „Multienergia“, die in verschiedenen Ausführungen angeboten wird – Filosa spricht von „mehr als einem Fahrzeug“. Pomigliano d'Arco soll sich auf die Produktion von Kleinwagen konzentrieren, wobei mindestens zwei, idealerweise drei, vollelektrische Modelle entstehen sollen. Diese Fahrzeuge sollen den europäischen Anforderungen entsprechen und kostengünstig sein, mit einem Preislimit von 15.000 Euro.
Besonders hervorzuheben ist die strategische Bedeutung von Atessa, wo Stellantis über eine Milliarde Euro investieren wird, um die Produktion von großen Nutzfahrzeugen auszubauen. Filosa betonte, dass diese Investition langfristig angelegt sei und keine Delokalisierung zur Folge habe.
Herausforderungen und politische unterstützung
Filosa sprach auch offen über die Herausforderungen, vor denen Stellantis steht, insbesondere die hohen Energiekosten in Italien, die im Vergleich zu Spanien und Frankreich mehr als doppelt so hoch liegen. Er forderte daher die politische Unterstützung, sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene, um wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen zu schaffen und die Transformation des Unternehmens zu ermöglichen. Die Partnerschaften mit Leapmotor und Dongfeng, bei denen Stellantis 51 Prozent hält, sollen dabei helfen, neue Märkte zu erschließen und die Kosten zu senken.
Die Zukunft von Maserati und Cassino ist weiterhin Gegenstand von Verhandlungen mit „zwei wichtigen Partnern“, wobei Stellantis eine Zusammenarbeit anstrebt. Filosa versicherte, dass Maserati ein zentraler Bestandteil der Gruppe bleibt und Cassino eine wichtige Rolle in der neuen Strategie spielen wird. Die Vorstellung des Maserati-Plans für Modena ist für Ende des Jahres geplant.
Die Audition von Antonio Filosa im italienischen Parlament hat gezeigt, dass Stellantis entschlossen ist, seine Präsenz in Italien zu stärken und eine führende Rolle in der Transformation der Automobilindustrie einzunehmen. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob die ambitionierten Pläne erfolgreich umgesetzt werden können.
