Stellantis in italien: produktion halbiert – chinesische rettung in sicht?
Ein Schock für die italienische Automobilindustrie: Die Produktion bei Stellantis ist im vergangenen Jahr dramatisch eingebrochen. Während Minister Urso noch 2023 von einer Million produzierten Fahrzeuge träumte, sieht die Realität im Januar 2026 düster aus. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Nur noch 379.706 Einheiten liefen vom Band – ein Minus von satten 24,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das ist nicht nur ein Rückschlag für die Beschäftigung, sondern auch ein Warnsignal für die Zukunft des Automobilstandorts Italien.

Wer rettet die italienischen stellantis-werke?
Die Frage, wer die angeschlagenen Werke wieder auf Kurs bringen kann, beschäftigt die Branche. Gerüchte über eine mögliche Partnerschaft mit chinesischen Herstellern wie Byd und Dongfeng machen die Runde. Dongfeng scheint dabei die Nase vorn zu haben, dank eines weit verzweigten Netzwerks von Abkommen in Europa und China. Doch ob diese Kooperationen tatsächlich die Wende bringen können, bleibt abzuwarten. Die ehrgeizigen Ziele des Ministers scheinen in weiter Ferne.
Die Produktionsrückgänge sind branchenweit zu verzeichnen. Nur das Werk Mirafiori konnte einen leichten Anstieg (+16,5 Prozent) verzeichnen, dank des erfolgreichen Starts der 500 Hybrid-Modellreihe. Alle anderen Standorte mussten Einbußen hinnehmen, von 13,5 Prozent in Atessa bis zu einem alarmierenden Rückgang von 47,2 Prozent in Melfi. Im Vergleich zu 2023, als noch 751.384 Fahrzeuge produziert wurden, hat sich die Produktion also nahezu halbiert. Die Folge: Kurzarbeit für einen Großteil der Belegschaft.
Ein Blick auf die einzelnen Werke offenbart ein düsteres Bild: Modena verzeichnete einen Produktionsrückgang von 23,1 Prozent, Cassino einen sogar von 27,9 Prozent – der schlechteste Wert in der Geschichte des Werks. Pomigliano kämpft ebenfalls mit einem Minus von 21,9 Prozent, wobei die Pandina als Verkaufsschlager weiterhin für Lichtblicke sorgt. Besonders hart trifft es das Werk Melfi, wo die Produktion um 47 Prozent schrumpfte. Nur der Start der neuen Jeep Compass im letzten Quartal konnte den Absturz etwas abmildern.
Die Situation ist komplex. Während die Nachfrage nach Elektroautos der Fiat 500 ins Stocken geriet, profitierte Mirafiori vom Hybrid-Modell. In Modena wurden zwar rund 200 Maserati produziert, aber auch hier war der Rückgang spürbar. Die Produktion der Dodge Hornet wurde eingestellt, und auch das ambitionierte Projekt der MC20 mit Batterieantrieb wurde gestrichen. Die Zahlen zeigen deutlich, dass Stellantis vor einer strategischen Neuausrichtung steht. Die Entscheidung, Pomigliano für die Produktion eines neuen, kompakten E-Autos zu wählen, ist ein erster Schritt, aber bei Weitem nicht ausreichend, um die italienische Automobilindustrie vor dem Abgrund zu bewahren.
Die Zukunft der Stellantis-Werke in Italien hängt von vielen Faktoren ab. Die Partnerschaft mit Leapmotor und die mögliche Zusammenarbeit mit chinesischen Herstellern könnten neue Perspektiven eröffnen. Doch die Herausforderungen sind enorm. Es bleibt abzuwarten, ob Stellantis die Weichen für eine nachhaltige und wettbewerbsfähige Zukunft stellen kann. Die italienische Regierung muss ihrerseits Rahmenbedingungen schaffen, die Investitionen fördern und Arbeitsplätze sichern. Denn eines ist klar: Die aktuelle Entwicklung ist nicht nachhaltig.
