Steiner überrascht: ex-formel-1-teamchef verliebt sich in motogp
Günther Steiner, der vor sechs Monaten überraschend die Führung von Tech3 im MotoGP-Paddock übernahm, ist sichtlich beeindruckt von den Unterschieden zur Formel 1. Der Italo-Amerikaner, der zuvor über viele Jahre im Team von Haas in der Königsklasse des Motorsports tätig war, scheint sich in der Welt der Motorrad-Rennsportrennen Hals über Kopf zu verlieben.
Die motogp-sensation: mehr als nur geschwindigkeit
Steiner, der den Teambetrieb von Hervé Poncharal übernommen hat, räumt ein, dass ihn viele Aspekte des MotoGP-Sports überrascht haben. „Für mich ist MotoGP etwas völlig Neues. Es ist einer der aufregendsten Sportarten der Welt, wenn nicht sogar der aufregendste“, so Steiner in einem Interview mit der MotoGP-Webseite. Er hebt besonders hervor, wie stark der Einfluss des Fahrers auf das Rennergebnis ist. „Die Höhen und Tiefen hängen stark vom Fahrer ab. Das ist unglaublich.“
Ein anderer Sport, andere Helden: Steiner zeigt sich fasziniert von den MotoGP-Piloten und beschreibt sie als „sehr unterschiedlich, weil man anders sein muss, um das zu tun, was sie tun.“ Er ist beeindruckt von der Art und Weise, wie die Fahrer die Maschinen beherrschen. „Was diese Jungs mit ihren Motorrädern machen, ist einfach unglaublich. Man glaubt, man kann Motorrad fahren, aber wenn man sieht, was sie machen, ist das keine Motorradfahrt – das ist das Pilotieren eines Motorrads auf einem sehr hohen Niveau.“
Der erfahrene Teamchef spricht offen über die Risiken, denen sich die Fahrer stellen müssen. „Stell dir vor, du wärst da draußen und würdest das Gleiche tun wie sie. Für mich als Mensch ist das unmöglich. Deshalb erkenne ich, welches Risiko sie eingehen müssen. Sie fallen hin, stehen wieder auf und rennen zurück, um wieder aufzusteigen. Es braucht etwas Besonderes, um das zu tun.“

Umstrukturierung und zukunftspläne
Steiner arbeitet intensiv an der Umstrukturierung des Tech3-Teams, das von Maverick Viñales und Enea Bastianini angetrieben wird. „Es ist noch viel zu lernen“, gibt er zu. „Die ersten sechs Monate waren im Wesentlichen der Kennenlernphase mit den Leuten und dem Geschäft gewidmet. Am meisten genieße ich, wenn wir Rennen fahren und gute Momente erleben. Bisher gab es in der MotoGP-Saison nicht viele solcher Momente, aber wir müssen hart arbeiten, um uns zu verbessern.“
Der Vertrag mit KTM läuft Ende 2026 aus, und es gibt Gerüchte über Verhandlungen mit anderen Herstellern. Während Ducati als Option gehandelt wurde, scheint Honda nun das Rennen zu machen. Steiner gibt jedoch keine Auskünfte. „Im Moment geht es mir nicht darum, ob es mir Spaß macht zu fahren, sondern darum, dass die Jungs es ohne mich können.“ Er konzentriert sich darauf, das Team für die Zukunft vorzubereiten und die Strategie ab 2027 zu definieren.
