Stefes bleibt den füchsen treu: 33-jährige verlängert in berlin
Michelle Stefes zieht es nicht nach Wuppertal, nicht nach dem Pudelhund ihrer Heimat – sie bleibt. Die 33-jährige Linksaußen hat beim Zweitligisten Füchse Berlin ihren Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert und bildet damit mit Alissa Werle die wohl konstanteste Doppellatte der 2. Bundesliga.
Die medizinische fachangestellte, die 32 tore schoss
Seit 2022 schlägt Stefes in der Hauptstadt auf, kam vom TVB Wuppertal und avancierte zur Allrounderin: links außen, Mitte, Rechts, Rückraum – sie spielt, wo Trainerin Susann Müller sie hinstellt. In dieser Saison stehen 32 Treffer zu Buche, dazu unzählige Anspiele, die nicht in die Statistik fließen. „Michi ist die Ruhe selbst, aber mit einem Handgelenk, das schneller ist als Berliner Ampelphasen“, sagt Müller, die ihre Entscheidung mit einem Satz unterschreibt: „Erfahrung allein bringt nichts – aber Erfahrung plus Hunger, das ist ein rares Gemisch.“
Stefes selbst redet nicht vom letzten Strohhalm, sondern von einem „Weiter-Gehen“. Sie arbeitet in der Sportmedizin der Charité, kennt also jede Sehne, jedes Band, jeden Blick der Spielerin, die sich nach einer Kreuzband-Revision zurückkämpfte. „Ich kenne die MRT-Bilder meiner Knie besser als meine Steckdosenleiste“, sagt sie trocken. Dass sie nebenberuflich Top-Niveau leistet, findet sie nicht großartig – „sondern logisch“.

Warum werle und stefes ein konstrukt sind
Die Chemie mit Alissa Werle ist kein Marketing-Satz. Beide verbindet die Vorliebe für dritte Wellen und dritte Tempogänge, beide tragen sich gegenseitig auf dem Feld ab wie zwei Tänzer, die denselben Song hören. Müller: „Wenn die beiden laufen, weiß die gegnerische Abwehr nicht, ob gerade ein Angrug oder ein Konzert beginnt.“ Nach Werles Vertragsverlängerung im Februar war Stefes’ Entscheidung nur noch Formsache – aber eine, die den Kaderplan der Füchse stützt, statt ihn zu sprengen.
Die Spreefüxxe liegen aktuell auf Aufstiegskurs, und Stefes will nicht nur dabei sein – sie will mitanführen. „Ich bin 33, aber ich fühle mich wie 23, nur mit besserer Tarnung“, lacht sie. Die nächste Saison wird ihre fünfte in Berlin. Dann wird sie wieder in der Früh Patienten tapen und abends Gegnerinnen entzaubern. Ein Doppelleben, das sie nie als Last, sondern als Privileg versteht.
Die Botschaft ist klar: Wer denkt, dass der Zweitliga-Alltag gemütlich ist, sollte mit Stefes ein Sprint-Duell bestreiten. Die Quittung kommt am Sonntag, wenn die Füchse in der Paul-Heyse-Arena auflaufen – und ihre Linksaußen wieder parat steht, ein Jahr länger, ein Tick hungriger.
