Stefano de martino übernimmt sanremo 2027: «ich trete schon in die pedale»

Die Überraschung kam nach dem letzten Akkord von Sanremo 2026: Stefano De Martino ist nicht mehr nur Moderator von „Affari Tuoi“, sondern ab sofort künstlerischer Direktor des größten Musikfestivals Italiens. Der 36-Jährige übernahm das Zepter live auf der Bühne des Ariston – und schwor, die 77. Ausgabe zu revolutionieren.

Carlo conti übergibt mit einem blick, der vater und bruder zugleich ist

«Die Emotion hat mich unvorbereitet erwischt», gestand De Martino der Giorgia Cardinaletti im Tg1. «Als Carlo auf mich zukam, war da dieser Blick – halb stolz, halb fordernd. Das ist ein Akt der Großzügigkeit, den ich nie vergessen werde.» Conti selbst hatte die Gerüchte zuvor mit einem Lächeln abgestritten, dann aber im Finale den neuen Mann auf die Rampe geschickt. Die Arena tobte.

De Martinos erster Schritt: Er kaufte alle verfügbaren Enzyklopädien über Sanremo. «Ich will wissen, warum 1968 Domenico Modugno das Publikum ausbuhte, warum 1983 Milva in Tränen auftrat, warum 2021 Irama trotz Sieg als Verlierer dastand. Wer die Geschichte nicht kennt, darf keine neue Seite schreiben.»

Die playlist der italiener wird zur choreografie

Die playlist der italiener wird zur choreografie

Parallel baut er seine Abendshow um. «Wir sind seit Jahren die Soundtracks der italienischen Küche um 20:00 Uhr. Jetzt laden wir Sal Da Vinci ein, wir proben eine Choreografie zu „Per sempre sì“. In zehn Tagen geht’s auf die Probebühne.» Die Idee: Die besten Sanremo-Hits der letzten vier Jahrzehnte werden zu einer Live-Collage verarbeitet – samt Publikumseinbindung per App-Abstimmung.

Die Zahlen sprechen für ihn: 2026 knackte Sanremo erstmals die 70 % Marktanteilsgrenze in der Prime Time. Die Werbeeinnahmen stiegen auf 118 Millionen Euro. «Wenn wir 2027 die 75 % reißen, ist das Festival nicht mehr nur Kultur, es wird zum nationalen Wirtschaftsmotor», sagt ein Rai-Manager anonym. De Martino will die Marke international öffnen: «Warum nicht ein Co-Moderator aus Spanien, warum nicht eine deutsche Band im Vorprogramm?»

Die ersten Entscheidungen fallen bereits diese Woche: langfristige Verträge für Bühnbau, Sicherheit und Streaming-Rechte. «Ich trete schon in die Pedale», betont er. «Wer rastet, der rostet – und Sanremo rostet nie.»