Stavast fällt: dresdens aufstiegsträume bersten am band

Die 2. Bundesliga spuckt erneut einen Hochgeschwindigkeits-Crash aus. Ivar Stavast, Dresdens niederländischer Mittelregisseur, wird sich die rechte Wurfhand operieren lassen – und damit die entscheidenden Wochen des Aufstiegsrennens komplett verpassen. Die Diagnose: Bandriss, Saison bedroht, Traum gefährdet.

Die zahlen sind gnadenlos

34 Tore, 43 Assists – das war Stavasts Bilanz nach 23 Spieltagen. Ohne ihn fehlt dem HC Elbflorenz nicht nur ein Spielmacher, sondern der Spielmacher. Coach Andre Haber spricht von einem „Nackenschlag“, doch das Wort unterschätzt die Dimension. Mit 34:12 Punkten hängt Dresden noch im Titelrennen, aber der Rückstand auf Bietigheim (38:8) wächst ins Unermessliche, wenn die Maschine jetzt stottert.

Die Verletzung passierte in Lubbecke, Sekunde 47 eines schnellen Gegenstoßes. Stavast zieht durch die Mitte, ein Defensivarm klatscht gegen seine Hand – Knack, sofort taub. Dr. Tino Lorenz schickt ihn ins MRT, die Bilder zeigen ein Band, das auseinanderflattert wie ein zerrissenes Segel. Operation, Schiene, Reha. Zeitplan: offen.

Stavast sagt nein zu oranje

Stavast sagt nein zu oranje

Neben dem Klub fehlt auch das Nationalteam. Die Golden League gegen USA, Norwegen, Dänemark – 65 Länderspiele Erfahrung sitzen plötzlich auf der Bank. Stavast: „Ich will in dieser Saison nochmal ran, alles für die Jungs geben.“ Klingt nach Kampf, wirkt wie Verzweiflung. Denn Handballer ohne Wurfhand sind Piloten ohne Motor.

Für Haber beginnt ein Puzzle aus Notlösungen. Sebastian Greß übernimmt mehr Ballarbeit, Linksaußen bekommen zusätzliche Zuspielanteile, die Abwehr muss Tempo herausnehmen. Die Frage ist nicht, ob Dresden noch mitspielt – sondern wie lange die Mannschaft den Ausfall kompensieren kann, bevor die Konkurrenten wegputschen.

Die Saison hat 34 Spieltage, es bleiben elf. Das Aufstiegsfenster schließt sich schneller als eine Operationsnaht. Stavasts Hand wird irgendwann wieder funktionieren, der Zug Richtung Erstliga-Paradies vielleicht schon abgefahren.