St. pauli verliert abwehrchef mets – blessin muss umplanen
Karol Mets bleibt der Hamburger Lieblingsfeind. Die Wadenblessur, die sich der 32-jährige Esten beim 1:0-Coup in Sinsheim zuzog, wirft den FC St. Pauli mindestens für das Topspiel am Sonntag gegen Eintracht Frankfurt zurück. Der Klub spricht von „unbestimmter Pause“, intern rechnet man mit zwei, eher drei Wochen.

Blessins dreierkette verliert ihre linke schulter
Mets war in der 44. Minute gestützt, hatte kurz behandelt, dann doch um den Wechsel gebeten. Lars Ritzka rückte für ihn, wird nun auch in der Millerntor-Rolle wohl von Anfang an ran müssen. Die Alternative Adam Dźwigała stand zuletzt nur zweimal über 90 Minuten auf dem Platz – beide Male kassierte St. Pauli vier Gegentore.
Die Statistik spricht für Mets: In 18 Bundesliga-Einsätzen kassierten die Kiezkicker 1,11 Tore pro Spiel, ohne ihn 2,25. Sein kicker-Notendurchschnitt von 3,79 mag nüchtern klingen, doch sein Wert liegt in der Ruhe, mit der er die Dreierkette lenkt. Ohne ihn zerbröselte die Abwehr in der Vorsaison: Patellasehnen-Entzündung, Knie-OP, sieben Monate Pause.
Nun die nächste Zwangspause – und ein Luxusproblem für Trainer Alexander Blessin. Denn neben Ritzka und Dźwigała drängt auch der neue Mann Philipp Sander in die Karten, der von der U23 hochgerissen wurde. In der Kabine hält Mets die Kapitänsbinde, auf dem Feld hält er die Defensive zusammen. Beides fehlt nun.
Frankfurt kommt mit Elite-Torjäger Omar Marmoush, der in den letzten fünf Auswärtsspielen traf. Gegen eine defensiv desorganisierte St. Pauli-Abwehr könnte der Ägypter die Meisterkugel wieder in Richtung Bayern drücken. Die Millerntor-Fans werden trotzdem singen – sie wissen, dass ihre Mannschaft auch ohne Mets schon Unmögliches möglich machte. Nur diesmal steht der nächste Beweis an, bevor die WM-Pause Luft verschafft.
