Zwei tickets, sechs bewerber: die aufstiegsrunde zur handball-bundesliga beginnt

Der Himmel über der 2. Liga ist klar, die Daikin Bundesliga wartet mit zwei freien Plätzen. Seit dem Wochenende stehen SG BBM Bietigheim und HBW Balingen-Weilstetten als Aufsteiger fest. Nun kämpfen sechs Drittliga-Klubs in zwei Mini-Gruppen um den Restplatz im Oberhaus – Start ist am kommenden Samstag, Finale am 6./7. Juni.

Die gruppen im überblick

Gruppe 1: HG Saarlouis, ASV Hamm-Westfalen, MTV Braunschweig. Gruppe 2: TV Gelnhausen, TV Emsdetten, EHV Aue. Jeder trifft zweimal auf jeden – Hin- und Rückspiel. Die Gruppenersten steigen auf. Mehr Regeln braucht man nicht, mehr Zeit bleibt auch nicht.

Die Favoriten sind klar: Saarlouis dominierte die West-Staffel, Emsdetten lieferte in der Nordwest-Staffel nur einmal Punkte ab (29 Siege, 1 Niederlage). Doch das Turnierformat ist ein Poker mit verdeckten Karten. Eine schlechte Halbzeit kann die Saison killen, ein sieben-Tore-Lauf reicht für die Bundesliga-Tauglichkeit.

Die Süd-Staffel fehlt komplett – kein Klub reichte Unterlagen ein. Ein Vakuum, das sich die Verbände erklären müssen, aber jetzt interessiert das niemanden mehr. Es geht um Jetzt, um Punkte, um TV-Gelder, um Existenzen.

Leipziger schatten über aue

Leipziger schatten über aue

Spannend wird es, falls EHV Aue das Kunststück gelingt. Trainerlegende Uwe Jungandreas hat schon in Delitzsch, Leipzig, Magdeburg und Dessau Geschichte geschrieben. Schafft er den Aufstieg, droht ein Dilemma: Kooperationspartner SC DHfK Leipzig schwimmt als Tabellenletzter der Bundesliga gegen den Abstieg, die Leipziger Reserve stürzt bereits aus der 3. Liga ab. Plötzlich wäre Aue der ostdeutsche First-Class-Vertreter – und Leipzig selbst schuld an der Konstellation.

Die Zahlen sind gnadenlos: DHfK hat nur zwei Siege auf dem Konto, die zweite Mannschaft holte in 22 Spielen neun Punkte. GWD Mindens Reserve steht ebenfalls als Absteiger fest – für Talente wird die Wüste größer, für Klubstrukturen wird der Druck heißer.

Die Aufstiegsrunde verspricht deshalb nicht nur Sport, sondern Seismografie des deutschen Handballs. Wer sich jetzt qualifiziert, muss nicht nur werfen und verteidigen können, sondern auch wirtschaften, vernetzen, überleben. Die sechs Bewerber wissen: In vier Wochen kann alles anders sein – oder eben nichts mehr.