Zverev vor wimbledon-finale: „bösewicht“ gegen britischen wunderling?
Wimbledon – Alexander Zverev steht vor dem zweiten Grand-Slam-Titel seiner Karriere. Nach einem überzeugenden Sieg gegen Taylor Fritz hat sich der Hamburger ins Halbfinale gekämpft und trifft dort auf Arthur Fery, die Sensation des Turniers. Ein Duell, das alles andere als ein freundliches Nachbarschaftsspiel verspricht.
Die britische euphorie um fery
Arthur Fery, der mit einer Wildcard ins Turnier kam und dessen Aufstieg die britische Tennislandschaft in Aufruhr versetzt hat, hat das Publikum im Sturm erobert. Seine Matches waren von packenden Kämpfen und überraschenden Wendungen geprägt, was ihm die Herzen der Fans, insbesondere der englischen, sicher gemacht hat. Die Atmosphäre im Centre Court am Samstag wird daher voraussichtlich alles andere als ruhig sein.
Zverev, der sich an das feindselige Publikum bereits gewöhnt hat, scheint diese Umstände sogar zu genießen. „Ich freue mich sehr auf das Halbfinale gegen ihn. Ich glaube, es wird eine großartige Atmosphäre herrschen“, so der French-Open-Sieger. „Ich bin fast 30 Jahre alt. Ich bin schon lange genug auf Tour. Ich habe die feindseligsten, schwierigsten und unfairsten Zuschauer schon alle erlebt.“
Doch Zverev nimmt den jungen Briten keineswegs auf die leichte Schulter. Er betont den verdienten Erfolg von Fery und lobt dessen Kampfgeist. „Ich finde, er hat es verdient. Die Siege, die er errungen hat, und die Art und Weise, wie er sich in einigen dieser Spiele zurückgekämpft hat, waren großartig anzusehen“, erklärte Zverev, der sein zwölftes Halbfinale bei einem Grand-Slam-Turnier bestreitet. Es ist eine unglaubliche Geschichte, die sich hier schreibt.
Die Aufgabe für Zverev ist klar: Er muss sich gegen die Welle der britischen Unterstützung behaupten und seine Routine spielen, um den Titelgewinn in greifbare Nähe zu rücken. Er selbst sieht darin eine „harte Herausforderung“, doch er scheint bereit, die Rolle des „Bösewichts“ im „Fery-Tale“ zu akzeptieren. Denn am Ende zählt nur der Sieg – und der Weg zum zweiten Grand Slam Titel nach Roland Garros.

Ein historischer moment für deutschland
Sollte Alexander Zverev Wimbledon gewinnen, würde er zum ersten deutschen Einzelspieler seit Michael Stich vor 35 Jahren krönen. Ein beispielloser Triumph, der die deutsche Tennis-Szene in einen Freudentaumel versetzen würde und die Frage aufwirft: Kann Zverev die Tradition von Stich fortsetzen und Deutschland wieder an die Spitze des Weltennis bringen?
