Zverev vor dem showdown: kann er sinner endlich besiegen?

Madrid – Alexander Zverev steht vor einer neuen Bewährungsprobe: Im Finale des ATP Masters in Madrid trifft er erneut auf Jannik Sinner. Für den Deutschen geht es um mehr als nur einen Titel – es geht um den Abbruch einer peinlichen Negativserie, die ihn seit Monaten verfolgt.

Die achterbahn der emotionen

Die Freude über den hart erkämpften Halbfinalsieg gegen Alexander Blockx (6:2, 7:5) wurde Zverev im Interview mit Sky schnell von der unausweichlichen Frage nach dem Gegner verdorben. Seine Antwort kam kurz und bündig: „Nö“, schnippisch, „sieht man ja, weil ich achtmal in Folge verloren habe.“ Diese Worte offenbaren die Frustration, die der Hamburger mit sich herumträgt. Acht Spiele, acht Niederlagen – die Bilanz gegen Sinner liest sich wie ein Albtraum.

Ein italienischer dominator

Ein italienischer dominator

Die letzten drei Masters-Turniere (Indian Wells, Miami, Monte Carlo) endeten für Zverev allesamt mit einer Niederlage gegen den italienischen Superstar. Kann er in Madrid den Spieß umdrehen? Die Aufgabe ist alles andere als einfach. Sinner präsentierte sich im Halbfinale gegen Arthur Fils in beeindruckender Form und ließ dem Franzosen kaum eine Chance (6:2, 6:4).

Die Bedingungen in Madrid, mit der Höhe, die Zverev in der Vergangenheit oft entgegenkam, könnten dem Deutschen helfen. Er hat hier bereits 2018 und 2021 triumphiert – ein Zeichen dafür, dass er mit dem schnellen Belag und der Atmosphäre bestens zurechtkommt. Die Frage ist, ob er diese Vorteile nutzen kann, um seine mentale Blockade gegen Sinner zu überwinden.

Sinner lobt seinen gegner

Sinner lobt seinen gegner

Auch Jannik Sinner schätzt Zverevs Potenzial ein: „Sascha hat hier schon zweimal gewonnen, die Bedingungen liegen ihm. Er hat das perfekte Spiel, um hier gut zu sein – besonders sein Aufschlag ist enorm.“ Diese Worte sind mehr als nur Höflichkeit; sie zeigen, dass Sinner Zverev als ernstzunehmenden Gegner respektiert.

Zverev selbst weiß, dass er eine Steigerung gegenüber seinem letzten Duell mit Sinner in Monte Carlo (1:6, 4:6) zeigen muss. „Ich muss besser spielen als dort, da habe ich schrecklich gespielt“, gab er zu. Doch er fühlte sich auch besser: „Ich fühle mich gut, besser als in Monte Carlo.“

Die Formkurve zeigt bei Zverev klar nach oben, die offensivere Spielweise stimmt. Ob er endlich den richtigen Plan findet, um Sinner zu bezwingen, wird sich morgen zeigen. Ein Sieg wäre nicht nur der erste Turniersieg seit über einem Jahr, sondern auch ein wichtiges Signal für den weiteren Saisonverlauf und die Vorbereitung auf Roland Garros.

Die Chance auf den Grand Slam-Triumph in Paris rückt näher. Ein Titel in Madrid würde Zverevs Selbstvertrauen ungemein stärken und ihm beweisen, dass er wieder zu den Top-Favoriten auf einen der großen Majors gehört. Die Spannung vor dem Finale ist riesig – kann Zverev die Horror-Bilanz abschütteln und Geschichte schreiben?