Zverev schreibt tennisgeschichte: triumph bei den french open!
Alexander Zverev hat nicht
nur seinen ersten Grand-Slam-Titel gewonnen, sondern auch eine neue Ära im Tennis eingeläutet – als erster bekannter Profi mit Diabetes, dem dies gelang. Der Triumph in Paris ist mehr als ein sportlicher Erfolg, er ist ein Symbol der Überwindung und Inspiration für Millionen.Ein triumph, der weit über den court hinausreicht
Der Jubel in Paris war ohrenbetäubend, als Zverev den Siegerpokal in die Höhe reckte. Doch der Triumph ist umso bedeutender, wenn man bedenkt, dass der Hamburger bereits im Alter von vier Jahren mit Diabetes Typ 1 diagnostiziert wurde. Eine Erkrankung, die für viele Spitzensportler eine unüberwindbare Hürde darstellen würde. Zverev aber hat bewiesen, dass mit der richtigen Einstellung und dem entsprechenden medizinischen Support alles möglich ist.
„Ich will das nicht als Ausrede gebrauchen, wenn es mal nicht so läuft“, betonte Zverev stets, und seine Worte unterstreichen seinen unbändigen Willen und seine Professionalität. Doch nach seinem größten Karriereerfolg nutzte er die Bühne, um eine wichtige Botschaft zu vermitteln: Diabetes muss kein Hindernis für sportliche Höchstleistungen sein.

Die rolle von ulrike thurm: eine pionierin im diabetes- und leistungssport
Eng an Zverevs Seite steht Ulrike Thurm, eine renommierte Diabetologin vom Hasso-Plattner-Institut und Trägerin des Bundesverdienstkreuzes. Sie leitet dort das Forschungsprojekt Challenge-D, das sich der Betreuung von Leistungssportlern mit Diabetes Typ 1 widmet. Thurm selbst lebt mit Diabetes Typ 1 und hat als ehemalige Fußballspielerin und Marathonläuferin selbst erfahren, welche Herausforderungen diese Erkrankung im Sport mit sich bringt.
„Viele Vereine sind erstmal überfordert, wenn ein Sportler mit Typ 1 vor der Tür steht“, weiß Thurm. „Da will ich helfen.“ Sie betreut nicht nur Zverev, sondern auch zahlreiche andere Spitzensportler aus verschiedenen Disziplinen, darunter Fußballer und Hockeyspieler.

Die revolution der sensoren: ein gamechanger für den leistungssport
Ein entscheidender Faktor für Zverevs Erfolg sind die modernen Blutzuckersensoren, die er am hinteren Oberarm trägt. Diese Sensoren liefern in Echtzeit Informationen über seinen Blutzuckerspiegel und sind mit seinem Handy oder einem Lesegerät verbunden. „Die waren ein echter Gamechanger“, erklärt Thurm. „Es macht einen Unterschied, ob man 150 Milligramm Blutzucker steigend oder fallend hat. Bei steigend kann ein Tennisspieler ins Match gehen, bei fallend sollte er erst mal Glukose trinken.“
Zverev kann während des Spiels, beispielsweise beim Seitenwechsel, seine Werte kontrollieren und entsprechend handeln. Er nimmt Kohlenhydrate zu sich, wenn der Blutzucker sinkt, und spritzt bei Bedarf Insulin.

Routinen, disziplin und der beste diabetologe im team
„Es gibt viele sehr erfolgreiche Sportler mit Typ 1 in Extremsportarten“, betont Thurm. „Die sind auf den Mount Everest geklettert, haben den Ärmelkanal durchschwommen oder den Ironman absolviert. Alles ist machbar, wenn die Diabetes-Einstellung stimmt.“ Wie Timur Oruz, Hockey-Weltmeister und ebenfalls Patientin von Thurm, treffend formulierte: „Ich habe einen Techniktrainer, je einen für Taktik, Kondition und Mentales, und somit quasi auch für Diabetes den Besten.“
Die Routinen sind entscheidend. So sitzen beispielsweise alle in Zverevs Box immer auf demselben Platz, und Sportler haben immer den gleichen Ablauf vor einem Wettkampf. Der Körper kennt diese Abläufe und weiß, wie er sich anpassen muss.
Was passierte im Finale, als Zverev von Krämpfen sprach? „Die Krämpfe könnten auch hohe Werte gewesen sein“, so Thurm. „Du musst als Profisportler selbst dein bester Diabetologe sein. Wir von außen können nur das Rüstzeug geben.“
Zverevs Triumph ist ein Beweis dafür, dass mit der richtigen Betreuung, Disziplin und einem unerschütterlichen Willen auch mit Diabetes die größten sportlichen Ziele erreicht werden können. Er ist ein Vorbild und ein Botschafter für Millionen von Menschen, die mit dieser Erkrankung leben.
