Zverev gegen berrettini: kaliforniens wüste brennt schon vor dem ersten aufschlag
Alexander Zverev muss heute um 20 Uhr in Indian Wells gegen einen halbkaputten Matteo Berrettini ran – und das ist kein Geschenk. Der Italiener kroch nach seinem Fünfsatz-Thriller gegen Mannarino mit Krämpfen vom Court, aber er kroch als Sieger. Genau das macht ihn gefährlich.
Die Statistik spricht für Zverev, 4:3 steht es in der Bilanz. Doch die letzten beiden Duelle gewann Berrettini – beide auf Hartplatz. Und genau hier liegt der Haken: Indian Wells ist kein beliebter Ort für den Hamburger. Viertelfinale war bisher immer Endstation, 2023 flog er in Runde eins raus, ausgerechnet gegen Tallon Griekspoor, einen Mann, der sonst kaum jemandem Angst macht.
Die wüste frisst selbstvertrauen
Die Bälle fliegen hier durch trockene Hitze schneller, der Auftrag höher. Für Zverev bedeutet das: Seine Aufschlagsicherheit muss stimmen, sonst wird er erneut zur Zielscheibe. Berrettini hingegen schlägt eine Art Freiball-Variante: kraftvoll, flach, unberechenbar. Nach 2,5 Stunden gegen Mannarino wird er aber nicht die Beine haben, um lange Rallyes zu spielen. Er wird risikieren. Genau das macht ihn unberechenbar.
Zverev kennt dieses Spiel. Er weiß, dass Berrettini früher oder später eine körperliche Rechnung präsentiert bekommt. Die Frage ist nur: Reicht das eigene Niveau, um die Lücken zu nutzen? In Melbourne zeigte er, dass er Grand-Slam-Form hat. In Indian Wells zeigte er bisher nur, dass er hier nicht zu Hause ist.
Die Uhr tickt. Um 20 Uhr geht’s los, und die Wüste wartet nicht. Sie frisst entweder Selbstvertrauen – oder sie spuckt es aus. Zverev muss entscheiden, auf welcher Seite er stehen will.
