Zverev fegt diallo vom platz und marschiert in münchen weiter
Ein Satz, acht Games, 59 Minuten – Alexander Zverev hat Gabriel Diallo nicht einmal Luft zum Atmen gelassen. Die 6:1, 6:2-Demontage beschert dem Hamburger das Viertelfinale beim ATP-Turnier in München und versetzt der deutschen Tennis-Szene einen Tag nach Daniel Altmaiers Aus den letzten Hoffnungsschimmer.
Die zahlen, die diallo frusten
81 Prozent Punkte mit dem ersten Aufschlag – das ist keine Statistik, das ist eine Kampfansage. Zverev servierte sieben Asse, schlug 19 Winner und schenkte seinem Gegner gerade einmal zwei Breakchancen. Diallo? 47 Prozent erste Bälle, vier Doppelfehler, eine medizinische Auszeit wegen Rückenproblemen. Die Story des Matches in einem Satz: Der Kanadier war chancenlos.
Im Stadion an der Bavariastraße saßen Serge Gnabry und Joshua Kimmich in der ersten Reihe – und bekamen eine Lektion in Effizienz. „Ich wollte heute keine Minute verschenken“, sagte Zverev nach dem Match. Kein Satzverlust, kein Tiebreak, kein Drama. Nach dem zären Auftakt gegen Miomir Kecmanovic zeigte der 28-Jährige, warum er auf Sand zu den besten fünf Spielern der Welt zählt.

Cerundolo wartet – und ein möglicher giganten-crash
Am Freitag trifft Zverev auf Francisco Cerundolo. Der Argentinier gilt als Sand-Experte, doch die Bilanz spricht klar für den Deutschen: 3:0 in Head-to-Head, kein Satzverlust. Sollte Zverev auch dieses Hindernis nehmen, droht im Halbfinale ein Duell mit Ben Shelton – dem Mann, der ihn 2025 im Münchner Endspiel in drei Sätzen zerlegte. Shelton bezwang Alexander Blockx und trifft nun auf Joao Fonseca, das 19-jährige brasilianische Next-Gen-Ass.
Während Zverev also souverän voranschreitet, ist Deutschlands Hoffnung auf ein zweites Ticket für die zweite Woche geplatzt. Daniel Altmaier schlug gegen Alex Molcan drei Matchbälle im zweiten Satz – und verlor trotzdem. Der Serbe, Nummer 104 der Welt, schickte Altmaier mit 6:4, 7:6 (12:10) nach Hause und bewies erneut, dass er in München sein Lieblingsturnier spielt. Bereits in Runde eins hatte Molcan den gesetzten Alexander Bublik aus dem Turnier geworfen.
Die Konsequenz: Zverev bleibt als letzter deutscher Spieler übrig. Die Last der Erwartungen trägt er allein – und das scheint ihm zu gefallen. „Ich spiele hier nicht zum Spaß. Ich will den vierten Titel“, sagte er mit Blick auf seine Siege von 2017, 2018 und 2025. Die French Open rücken näher, die Formkurve zeigt nach oben. In München spaziert Zverev nicht nur ins Viertelfinale – er stampft seine Visitenkarte für Paris in den roten Sand.
