Zverev: alcaraz-fehlzeit eröffnet titelchance – corretja sieht ihn als hauptprofiteur

Paris – Alexander Zverev könnte bei den French Open 2026 seine bisher größte Chance auf einen Grand-Slam-Titel wittern. Der Ausfall von Carlos Alcaraz aufgrund einer Sehnenscheidenentzündung hat die Titelfavoritenliste gehörig durcheinandergewirbelt, und Tennisexperten sehen in Zverev den größten Nutznießer dieser überraschenden Entwicklung.

Corretja: „sascha profitiert enorm“

Àlex Corretja, ehemaliger French Open-Champion und aktueller Eurosport-Experte, machte seine Ansicht deutlich: „Alcaraz‘ Abwesenheit schafft Räume – vor allem für Alexander Zverev. Er rückt in der Setzliste nach und hat nun einen klareren Weg ins Finale.“ Die Verletzung des jungen Spaniers, der ihn bereits in Barcelona aus dem Turnier warf, ist für Zverev ein Geschenk, das er annehmen sollte. Die Tatsache, dass er nun nicht mehr auf ein frühes Duell mit dem als nahezu unschlagbar geltenden Alcaraz trifft, ist ein enormer Vorteil.

Doch es ist nicht nur Corretja, der Zverevs Chancen sieht. Auch Mats Wilander, ein weiterer hoch angesehener Experte bei Eurosport, stimmt zu: „Zverev ist zweifellos einer der größten Profiteure dieses Ausfalls. Die Tür steht für ihn offen.“

Sinner bleibt die größte hürde

Sinner bleibt die größte hürde

Obwohl Zverev nun besser positioniert ist, bleibt Jannik Sinner der Mann, der ihm am ehesten das Leben schwer machen könnte. Der Italiener demonstrierte in Rom eindrucksvoll seine Dominanz, indem er alle Masters-Turniere nach sich zog – eine Leistung, die nur Novak Djokovic vor ihm vollbrachte. Zverevs jüngste Niederlage gegen Sinner in Madrid, ein deutliches 1:6, 2:6, wirft Fragen auf. „Selbst auf einem schnellen Belag, wo der Aufschlag eigentlich eine Waffe sein sollte, war Sinners Aufschlag überlegen“, so Wilander.

Um Sinner zu besiegen, braucht Zverev laut Wilander „perfekte Bedingungen: einen langsamen Platz, lange Matches und einen müden Sinner.“ Doch nicht nur die äußeren Umstände sind entscheidend. Corretja betont die mentale Stärke: „Sascha muss in das Turnier gehen und alles ausblenden. Die Auslosung, Sinner, die Chancen. Er muss vom ersten Moment an aggressiv sein, darf nicht spekulieren. Wenn er früh die Kontrolle übernimmt, gut serviert und das Spiel diktiert, dann ist er über fünf Sätze extrem schwer zu schlagen.“

Zverev hat bereits mehrfach bewiesen, dass er zu den besten Tennisspielern der Welt gehört. Jetzt könnte die Gelegenheit gekommen sein, endlich diesen so lange ersehnten Grand-Slam-Titel zu holen. Die Stars stehen günstig, aber er muss sie nutzen. Die French Open 2026 versprechen Spannung pur.