Zürcher traum vom superclub zerplatzt – juventus und city trennen sich ohne hochzeit
Die Luft ist raus. Nach monatelangen Verhandlungen und öffentlich geschmiedeten Zukunftsplänen haben sich YF Juventus und Zürich City am Montagabend in einer knappen Erklärung verabschiedet – voneinander. Die Fusion, die aus zwei mittelgroßen Zürcher Klubs einen Promotion-League-Riesen hätte schmieden sollen, ist vom Tisch.
Reglemente stoppen millionenprojekt
Hintergrund ist nicht etwa Streit ums Geld oder Macht, sondern schlichte Bürokratie. «Pro Klub ist nur ein Team für die Erste Liga zugelassen», heißt es in der gemeinsamen Pressemitteilung. Und weiter: «Strukturelle Zusammenschlüsse unterliegen strengen Richtlinien.» Wer also fusioniert, muss sich für eine Lizenz entscheiden – und riskiert, die zweite Mannschaft in der Tiefe abzumelden. Für Juventus, Tabellenführer in der 1. Liga Classic, und Zürich City, Dritter in der 2. Liga interregional, war das ein zu großes Risiko. Die Folge: Die komplette Hochzeit wird zur offenen Beziehung.
Doch aufgeben will keiner. «Wir werden Synergien nutzen, ohne rechtlich eins zu werden», sagt ein Vereinsverantwortlicher, der anonym bleiben will. Gemeint sind gemeinsame Jugend-Trainingslager, geteilte Scoutingsysteme und vielleicht sogar durchgemischte Teams in der U21. «Gerade in der Promotion League kann so eine Partnerschaft der entscheidende Vorteil sein», heißt es wörtlich. Klingt nach Fusions-Light – und genau darauf setzen nun beide Klubs.

Thun profitiert, zürcher spüren druck
Während die Zürcher noch pokern, feiert Leader FC Thun den nächsten Sieg und enteilt. Die Konkurrenz schläft nicht. Für Juventus heißt es: Entweder sie nutzen die zusätzlichen Ressourcen, um den Aufstieg klar zu machen, oder sie verpassen die Saison trotz Tabellenplatz eins. Die Uhr tickt. Die nächsten Wochen zeigen, ob die «offene Beziehung» reicht – oder ob am Ende doch nur ein Verein allein weitermuss.
Die Fusion ist gestorben, der Kampf um die Lizenz beginnt.
