Zubimendi: vom schachbrett ins arsenal – ein geniestreich?
Martin Zubimendi, der neue Star im Arsenal-Mittelfeld, ist mehr als nur ein talentierter Fußballspieler. Seine außergewöhnliche Ruhe und sein strategisches Denken, die ihn auf dem Platz auszeichnen, wurzeln in einer Leidenschaft, die viele nicht kennen: dem Schach. Die ersten Bilder im MARCA-Archiv zeigen oft leere Stadien, doch sie erzählen die Geschichte eines Spielers, der sich still und stetig zu einem der begehrtesten Mittelfeldspieler Europas entwickelte.
Ein debüt im schatten der pandemie
Zubimendis Weg in die Weltklasse begann unscheinbar. Sein erster Einsatz für die Profis der Real Sociedad datiert vom 21. Juni 2020, einem Spiel im Sommer, als die Fußballwelt langsam aus der Corona-Zwangspause erwachte. Nach einem kurzen Intermezzo im Reserveteam folgte ein fulminantes Comeback gegen Real Madrid in Anoeta – ein Wendepunkt, der seine Karriere maßgeblich prägen sollte. Und auch sein Debüt für die spanische Nationalmannschaft fand unter denkbar ungewöhnlichen Umständen statt: mit leeren Rängen in Butarque, als er aufgrund von Corona-Fällen in die Auswahl berufen wurde.
Doch es ist nicht nur seine Fähigkeit, sich schnell anzupassen, die Zubimendi auszeichnet. Es ist seine kalte Nüchternheit, seine Fähigkeit, selbst in höchster Anspannung klare Entscheidungen zu treffen. Dieser mentalen Stärke wurde allen vor Augen geführt, als er am 14. Juli 2024 in Berlin nach der Verletzung von Rodri als Drehscheibe im spanischen Mittelfeld agierte und eine bemerkenswerte Leistung bot. Luis de la Fuente, der damalige Trainer, lobte ihn daraufhin überschwänglich: „Wenn ich ihn sehe, bin ich sofort ruhig, denn ich weiß, was für ein Spieler Martin ist.“

Der schachspieler im fußballer
Der Schlüssel zu Zubimendis außergewöhnlicher mentaler Stärke liegt in seiner Vergangenheit als Schachspieler. Seit seinem 12. Lebensjahr war er ein begnadeter Schachspieler, sogar spanischer Meister in seiner Altersklasse. Iñigo Argandoña, sein ehemaliger Schachlehrer, beschreibt ihn als „sehr aufmerksam, stets konzentriert und widerstandsfähig“. Er fügt hinzu: „Seine Intuition war außergewöhnlich, er konnte Bedrohungen frühzeitig erkennen und seine Positionen optimal ausrichten.“
Argandoña sieht Parallelen zwischen Zubimendis Schachstrategie und seinem Fußballspiel: „Es ist, als hätte Martin vier Augen. Er ist aufmerksam auf alle Umstände, wählt stets die beste Position und erinnert mich daran, wie er auf dem Schachbrett seine Figuren platzierte, um das Spielfeld zu kontrollieren.“ Der ehemalige Schachlehrer betont, dass Zubimendi im Fußball die gleichen Prinzipien anwendet, die ihn auch beim Schach zum Erfolg führten: Konzentration, Geduld und strategisches Denken. Für Argandoña ist Zubimendi ein Paradebeispiel dafür, wie die Disziplin und das strategische Denken des Schachs sich positiv auf das sportliche Können im Fußball auswirken können.
Obwohl er einst seinen Schachlehrer mit der Aussage, das Schach aufgeben zu wollen, um sich voll und ganz dem Fußball zu widmen, überraschte, räumt Argandoña ein, dass er sich geirrt hat. „Ich sagte ihm, er solle das Schach genießen, denn im Fußball sei es fast unmöglich, weit zu kommen. Jetzt sehe ich, dass ich falsch lag.“
Der Wechsel von San Sebastián nach London bedeutete für Zubimendi zweifellos eine große Herausforderung. Doch wer ihn kennt, weiß, dass er auch diese Herausforderung mit der gleichen Ruhe und Konzentration meistern wird, die ihn sowohl auf dem Schachbrett als auch auf dem Fußballplatz ausgezeichnet haben. Seine Leistung im Arsenal wird zeigen, ob er die Erwartungen erfüllen kann. Doch eines ist sicher: Martin Zubimendi ist mehr als nur ein Fußballspieler – er ist ein strategisches Genie, das seinen Weg in die Weltklasse gefunden hat.
