Zeki amdouni: kreuzband-trümmer, comeback, wm-traum – die uhr tickt

Zeki Amdouni humpelte im Juli, jetzt sprintet er wieder. Der Burnley-Stürmer steckt seine sieben Monate alte Kreuzband-Seuche in die Tasche – und schon rückt Katar in den Blick.

Die brandstiftung im sturmzentrum

Murat Yakin hat ein Problem, das sich nicht mit Taktik lösen lässt. Sein einziger klassische Neunerkandidat heißt Breel Embolo; dahinter folgt Luft. Noah Okafor und Joel Monteiro tanzen liebend gern außen, nicht in der Box. Die Lösung könnte ein Mann sein, der gerade erst lernen musste, Treppen wieder raufzugehen.

Amdouni kam während der Länderspielpause ins Schweizer Quartier, nippte an Kaffee, schwelgte in Eindrücken – und lieferte sich ein vertrauliches Schlagabtausch mit Yakin. Kein offizielles Leistungsgespräch, eher ein Stimmungsbild: Wie stark ist das Knie? Wie viel Dampf steckt in den Waden? Wie viel Selbstvertrauen hat der 24-Jährige nach 210 Tagen Zwangspause noch im Gepäck?

Daten statt drama: wer ist wo im rennen

Daten statt drama: wer ist wo im rennen

Die Mediziner von Burnley attestieren ihm 85 Prozent Belastungsfähigkeit, Tendenz steil. Seit zwei Wochen mischt er wieder im Mannschaftstraining mit, absolviert Sprintserien, Schussfolgen, Eins-gegen-Eins-Duelle. Kein Spieler zieht sich in dieser Phase gern zurück – schon gar nicht, wenn die WM-Plane in zwei Monaten startet.

Die Konkurrenz schläft nicht. Embolo kehrt gerade aus einer leichten Muskelblessur zurück, Okafor schraubt bei Milan seine Minuten hoch, Monteiro sammelt Eindrücke in der Super League. Für Amdouni zählt aber nur ein Datum: 9. November – Abgabe der vorläufigen 55er-Liste. Danach ist die Tür zu Kater zunächst geschlossen.

Die Nati-Chefetage schweigt offiziell, doch hinter den Kulissen kursiert ein Satz: „Wenn er bis Mitte Oktober 90 Minuten durchsteht, fliegt er mit.“ Keine Garantie, nur ein Kalkül. Der Stürmer muss liefern – und genau das treibt ihn im englischen Regen an.

Für Amdouni geht es nicht nur um eine WM-Reise, sondern um die nächste Stufe seiner Erzählung. Vom Kreuzbandriss zum möglichen WM-Helden – das Skript schreibt sich gerade, Woche für Woche, Training für Training. Ende offen, Happy-End möglich.