Zaniolos torflaute: sieben spiele ohne treffer – jetzt kommt florenz
Sieben Spieltage. Kein einziges Tor. Für Nicolò Zaniolo läuft gerade gar nichts zusammen – und das ausgerechnet in dem Moment, in dem Udinese ihn am dringendsten braucht. Der letzte Treffer des Nummer-10-Trägers datiert vom 7. Januar, als er beim 2:1-Sieg im Grande Torino gegen die Granata traf. Seitdem: Stille.
Eine torflaute, die es in dieser saison noch nie gegeben hat
So lange war Zaniolo in dieser Serie-A-Saison noch nie ohne Torerfolg geblieben. Ein Meniskuseingriff riss ihn zunächst aus dem Rhythmus – zwei komplette Spiele plus die Partie gegen die Roma verpasste er. Doch auch nach seiner Rückkehr blieb das Netz stumm. Der Spieler ist da, der Wille auch. Nur das Tor fehlt.
Morgen Abend kommt Fiorentina ins Bluenergy Stadium. Für Zaniolo eine Gelegenheit, die er sich kaum besser hätte wünschen können – und gleichzeitig ein Test, den er schlicht bestehen muss.

Mehr verantwortung, weniger unterstützung im sturm
Der Ausfall von Keinan Davis macht die Lage noch heikler. Der zweite Angriffsspieler fehlt, und damit lastet noch mehr Gewicht auf Zaniolos Schultern. Trainer Kosta Runjaic hatte zuletzt mit dem Gedanken gespielt, ihn als falschen Neuner aufzustellen – ein Konzept, das sowohl Gian Piero Gasperini bei Atalanta als auch Raffaele Palladino in seiner Florenz-Zeit angedacht hatten. Konkret wurde daraus nie etwas.
Runjaic blieb bei seiner Linie: Zaniolo bekommt immer einen klassischen Stürmer an die Seite gestellt. Erst Vakoun Bayo, dann Adam Buksa. Gegen Florenz dürfte es wieder der Pole sein – der übrigens selbst seit dem Heimspiel gegen Lecce am 25. Oktober kein Tor mehr erzielt hat. Zwei Männer im Sturm, beide auf Torhunger. Das ist die Ausgangslage.

Ein abend mit zwei gesichtern: tor und trauer
Das Spiel morgen trägt noch eine andere Bedeutung. Am 4. März 2016 starb Davide Astori in Udine – an einem Herzproblem, mitten in der Nacht, mit 31 Jahren. Acht Jahre später kommen ausgerechnet Udinese und Fiorentina aufeinander, sein ehemaliger Verein. Kein Zufall, dass die Astori-Stiftung, beide Klubs und die Lega Serie A die Partie genutzt haben, um ein konkretes Signal zur Herzvorsorge zu setzen. Vor dem Anpfiff wird es eine Gedenkminute geben – verbunden mit einer Botschaft, die über Fußball hinausgeht.
Zaniolo wird versuchen, zu treffen. Runjaic wird taktieren. Und das Stadion wird für einen Moment an einen Mann erinnern, der nie wieder spielen konnte. Manchmal steckt in einem Fußballabend mehr drin, als die Tabelle zeigt.
