Zalgiris rast auf playoff, monaco stürzt ab – euroleague kocht vor 9 finals

Kaum juckt es noch jemanden, dass das Spielplanbüro der Euroleague wegen politischer Krisen schon wieder neutrale Hallen anmietet. Die Fans schauen nur auf die Tabelle – und die brennt. Nach dem 29. Spieltag kocht die Liga vor Energie: Zalgiris Kaunas schießt sich mit drei Siegen in Serie auf Rang vier und damit auf Heimrecht im Viertelfinale. Monaco? Vom Gipfel direkt in den Keller. Drei Niederlagen, ein Debakel. Panathinaikos trauert, Barcelona bremst. Und die italienischen Klubs? Virtus Bologna und Segafredo Virtus wachen auf.

Monaco verspielt die sehnsucht nach berlin

Die Zahlen sind hart: Nach 13 Siegen in Folge nur noch zwei Erfolge aus den letzten acht Partien. Die Defensivquote brach in den vergangenen vier Spielen auf 1,21 Punkte pro Ballbesitz des Gegners ein – das reicht nicht einmal für die hintere Playoff-Hälfte. Der Verlust von Mike James nach seiner Oberschenkelprellung schlägt voll durch. Sasa Obradovic muss nun experimentieren, statt zu schmieden.

Neun Spieltage bleiben, um die Trendwende zu schaffen. Die Konkurrenz schläft nicht. Olympiakos und Fenerbahce warten direkt dahinter, beide mit leichterem Restprogramm.

Zalgiris nutzt die kleinste schwäche sofort

Zalgiris nutzt die kleinste schwäche sofort

Trainer Andrea Trinchieri schickt sein Team mit einer klaren Devise aufs Parkett: „Wenn der Gegner hustet, schlagen wir zu.“ Die Statistik bestätigt den Plan: 29 Prozent der Ballgewinne führen innerhalb von fünf Sekunden zu Punkten – Spitzenwert der Liga. Das System funktioniert, weil der litauische Klub die geringste Fluktuation im Kader hat. Stabilität als Waffe.

Der Lohn: Platz vier, zwei Siege Vorsprung auf Rang sieben. Das Heimrecht in der Best-of-Five-Serie rückt in greifbare Nähe. Kaunas glaubt wieder an das Finale in Berlin.

Virtus und paris verlassen das schlepptau

Milos Teodosic ist zurück. Nach seiner Sprunggelenksschonung wirft der Serbe in den letzten fünf Spielen 46 Prozent aus dem Dreier – ein Plus von acht Prozentpunkten gegenüber seinem Saisonmittel. Virtus Bologna gewinnt vier der letzten fünf Partien und rutscht auf Rang acht. Gleichzeitig stabilisiert sich Paris mit zwei Auswärtssiegen. Die französische Hauptstadt profitiert von der tiefen Bank: 41 Punkte vom zweiten Block – nur Bayern München liegt vorher noch drüber.

Das Mittelfeld verdichtet sich zum Minikrater. Zwischen Platz fünf und zwölf trennen nur drei Siege. Jeder Fehlwurf wird zum Risiko, jede Reise zum Zittertrip.

Panathinaikos und barcelona bleiben auf der strecke

Athen stand nach dem Sieg gegen Alba noch auf Rang sechs. Danach folgten drei Niederlagen in Serie, zuletzt ein 72:84 gegen Anadolu Efes. Kostas Sloukas versiebte fünf seiner sieben Dreier, die Teamquote brach auf 29 Prozent. Dimitris Priftakis rechnet nüchtern vor: „Wenn wir so weitermachen, landen wir auf Platz zehn – und dann reicht selbst ein 4:1-Sprint nicht mehr.“

Barcelona verliert die Balance zwischen Jugend und Erfahrung. Die Blaugrana kassieren in den letzten fünf Spielen 83 Punkte pro Partie – ein Vermögen in der Liga der 75-Punkte-Durchschnitte. Coach Roger Grimau wechselt durch, doch die Rythmussuche frisst Selbstvertrauen. Die Katalanen rutschen auf Rang neun – und müssen nun auswärts in Kaunas und Mailand gewinnen, um nicht früh auf Ferienkurs zu gehen.

Die wahrheit nach 29 spielen

Nine Matchdays sound like a marathon, feel like a sprint. Jede Nacht könnte eine Entscheidung bedeuten. Die Euroleague hat sich in eine Rennbahn verwandelt, auf der nur zwei Dinge zählen: Form – und der nächste Dreier. Die Tabelle lügt nicht. Sie trägt schon jetzt die Handschrift jener Teams, die im Sommer nicht am Draft, sondern auf dem Parkett geplant haben. Berlin rückt näher. Und mit ihm die Frage, wer die Saison als König verlassen will – und wer als Betrunkener vom Tisch.