Zaccagni zittert: muskelfaserriss droht lazio das aus
Der Sieg gegen den AC Milan schmeckt verbittert. Mattia Zaccagni, Kapitän und Kreativmotor der Lazio, zog sich im Duell mit den Rossoneri eine Muskelverletzung an rechten Oberschenkel zu – und das mitten im Endspurt der Saison.
Die Mediziner um Professor Ivo Pulcini und Klubdoc Italo Leo diagnostizierten eine posttraumatische Faserriss-Mittelgrad-Läsion im medialen und intermedius des Quadrizeps. Klare Sprache: Ausfall mindestens vier Wochen, vielleicht länger. Die Halbfinale-Hinspiel der Coppa Italia gegen Atalanta am 22. April steht auf der Kippe.

Zaccagni startet blitz-comeback-versuch
Doch der 28-Jährige will nicht warten. Noch am Tag der Diagnose begann er das Aufbautraining, begleitet von Kryotherapie und exzentrischer Kraftkammer. „Er ist bereit, jeden Rekord zu brechen“, flüstert ein Betreuer, „aber sein Körper entscheidet.“
Maurizio Sarri plant bereits zwei Szenarien: Mit und ohne seinen Linksaußen. Für den Trainer ist klar: Ohne Zaccagnis Dribblings und Ballsicherheit verliert Lazio 30 % ihrer Angriffswucht. Statistiker des Klubs zählen 0,86 Expected Goals nur, wenn der Italiener von Beginn an auf dem Rasen steht.
Die Fans diskutieren auf Twitter mit Hashtag #ForzaZaccagni, während die Börse reagiert: Die Wettquoten für einen Lazio-Sieg im Pokal stiegen über Nacht von 2,40 auf 3,10. Ein Indiz dafür, wie sehr das Glück der Römer mit dem Zustand eines einzigen Muskels verknüpft ist.
Am Sonntag will Sarri in Parma rotieren, Zaccagni schonen. Die Reha läuft auf Hochtouren, Termin nach Termin. 21 Tage sind es noch bis Atalanta – für einen Spieler, der sich mit Schmerzmitteln nicht zufriedengeben will. „Ich will spielen, nicht laufen“, sagte er zu Teamkollegen.
Die Uhr tickt. Lazio tickt mit. Und Atalanta wartet, bereit, jeden Schwachpunkt auszunutzen.
