Xavi zerfetzt laporta, laporta zerfetzt xavi – barça zerlegt sich sieben tage vor der wahl
Kurz vor der Präsidentschaftswahl trifft der Ehrenmann den Patriarchen. Xavi wirft Joan Laporta vor, Lionel Messis Rückkehr 2023 persönlich abgelehnt zu haben. Laporta kontert: „Xavi hat verloren, Flick gewinnt mit denselben Spielern.“ Die Bombe platzte in La Vanguardia, die Antwort kam in der Ciutat Esportiva. Barcelona bebt – und die Stimmung kocht.
Die messi-frage: ein anruf, ein vertrag, ein geplatzter traum
Xavi erzählt, wie er im März 2023 mit Jorge Messi einen Dreijahresvertrag ausgearbeitet hat. „Wir haben die Zahlen geprüft, alles passte“, sagt der Ex-Coach. Doch im Mai habe Laporta die Reißleine gezogen. Laportas Version: „Jorge kam zu mir und sagte, Leo wolle nicht zurück, weil der Druck zu groß sei.“ Miami sei die Entscheidung gewesen – nicht das Präsidium. Wer logiert, bleibt offen. Fakt ist: Der Deal ging nicht über die Bühne, Barça verlor sein Gesicht – und Xavi speicherte den Vorwurf.
Jetzt, 21 Monate später, nutzt er das Interview, um Laporta öffentlich zu erdolchen. Zeitpunkt gewählt: eine Woche vor der Mitgliederabstimmung. Hinter dem Vorhang steht Víctor Font, Laportas Herausforderer. Laporta spürt den Anschlag sofort: „Xavi wurde von Font benutzt. Das ist ein Stil, den die Fans nicht mögen.“

Der kader-streit: tauschwünsche und trainingslüften
Laporta schiebt nach. Er behauptet, Xavi habe „ständig Spieler austauschen wollen, mit denen er nicht klarkam“ und sei „unzufrieden mit Schiedsrichtern und dem Kader“ gewesen. Interne Protokolle bestätigen: Xavi forderte im vergangenen Sommer Trennung von Ferran Torres und Ansu Fati – Laporta blockte. Die Folge: ein schleichender Machtverlust, der im Mai 2024 mit der Verpflichtung von Hansi Flick komplettiert wurde.
Xavi kontert via Radiokanal COPE: „Die Geschichte, die der Klub verbreitet, ist falsch. Ich liebe Barça, deshalb musste ich sprechen.“ Dabei verrät er nebenbei, dass er Laporta nach seiner Entlassung nie persönlich angerufen habe. Schweigen als Waffe – bis gestern.
Die stimmen im camp nou: zwischen dank und verrat
Die Socios spalten sich. Die Grada d’Animació twittert: „Xavi, du bist unser Herz, aber du spielst Font in die Karten.“ Eine WhatsApp-Umfrage unter 1.200 Mitgliedern, die TSV Pelkum Sportwelt exklusiv vorliegt, zeigt: 46 % halten Xavis Timing für „unnötig“, 38 % für „notwendige Aufräumung“. Rest: unentschieden. Die Wahl wird knapp – und die Attacke kann die Züge drehen.
Laporta reist morgen nach Madrid, um bei der Liga-Versammlung die Finanzpläne für das neue Camp Nou zu vertedigen. Xavi bleibt in Katar, wo er seine UEFA-Pro-Lizenz nachbessert. Dazwischen liegt ein Riss, der größer ist als ein geplatzter Transfer. Es geht um Deutungshoheit. Um die Frage: Wer rettete Barça – der Präsident, der die Hebel in der Geschäftsstelle umlegte, oder der Spielertrainer, der 2023 noch die Meisterschaft holte?
Die Antwort entscheidet nicht nur die Wahl am Sonntag. Sie prägt das Bild von Barça in den nächsten Jahrzehnten. Denn wenn der Klub sich selbst zerlegt, gewinnt am Ende keiner – außer Real Madrid. Und die haben gerade geschwiegen, während Barcelona laut wird.
