Wübbenhorst fordert: mehr mut für frauen im bundesliga-trainergeschäft!
Ein frischer Wind weht in der Bundesliga – und er trägt den Namen Marie-Louise Eta. Ihre Berufung zum Trainerinnen bei Union Berlin hat die Diskussion um die Rolle von Frauen im Männerfußball neu entfacht. Sportexpertin Imke Wübbenhorst, selbst erfolgreiche Trainerin, drückt Eta die Daumen und mahnt die Vereine zur Besinnung: Es braucht mehr Mut, um neue Wege zu gehen.
Die pionierin spricht klartext
„Dass Frauen im Männerfußball arbeiten, wird nach und nach zur Normalität werden“, so Wübbenhorst im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (SID). Doch die reine Feststellung reicht nicht aus. Vielmehr fordert sie von den Bundesliga-Klubs, den Blick zu weiten und die eigenen Suchfelder zu erweitern. „Es geht nicht darum, jemanden zu bevorzugen, sondern darum, die besten Trainer zu finden – unabhängig vom Geschlecht.“
Wübbenhorst, die selbst für Aufsehen sorgte, als sie 2019 als Trainerin beim Viertligisten Sportfreunde Lotte wirkte, weiß, wie wichtig eine offene Denkweise ist. „Die Klubs sollten sich fragen: Kann diese Trainerin vielleicht eine interessante Spielidee entwickeln? Wie ist ihr Umgang mit jungen Spielern? Wir müssen uns von geschlechtsspezifischen Vorurteilen lösen und stattdessen auf Qualität setzen.“ Die Entscheidung, so betont sie, müsse immer für die Person fallen, von der man qualitativ am meisten überzeugt ist – ein Plädoyer für meritokratische Prinzipien im Fußballgeschäft.
Die Resonanz auf den Sexismus, der Eta auf Social-Media-Plattformen widerfahren ist, wertet Wübbenhorst als positives Zeichen. „Wie Union Berlin mit der Situation umgegangen ist, ist vorbildlich. Die klare Positionierung gegen Sexismus und die Unterstützung für Eta sind wichtig, damit sie sich voll und ganz auf ihre Arbeit konzentrieren kann.“ Denn, so Wübbenhorst, „das Wichtigste wird sein, dass sie in Ruhe arbeiten kann. Alles andere muss man eben aussortieren.“

Ein debüt unter druck
Am Samstag steht das Bundesliga-Debüt von Eta gegen den VfL Wolfsburg an (15.30 Uhr). Wübbenhorst erwartet einen Mediensturm: „Es ist immer so, dass die erste Frau in dieser Position besonders genau beobachtet wird. Aber irgendwann wird es leichter – das traditionelle Rollenbild der Frau im Fußball wird langsam aufgebrochen.“
Wübbenhorst wünscht Eta „extrem viel Erfolg“ und hofft, dass sie sich „von all den Störfeuern nicht ablenken lässt, dass sie komplett den Fokus hat – und dass sie es auch genießen kann.“ Denn am Ende des Tages, so die erfahrene Trainerin, zählt nur eines: das Spiel und die Freude daran. Die Augen der Bundesliga sind auf Marie-Louise Eta gerichtet – und es bleibt zu hoffen, dass sie diesen Druck in eine erfolgreiche Karriere verwandeln kann.
