Wonderwall: der hit, den liam gallagher hasste – und jetzt feiert!
Ein Strandfest, eine Gitarre und ein irrwitziger Gesang: Szenen, die man kennt. Doch was, wenn der Sänger den Song, den er spielt, eigentlich verabscheut? Genau das geschah mit Oasis' "Wonderwall", einem der größten Hymnen des englischen Fußballs, dessen Geschichte voller Brüderzwist, kreativer Differenzen und überraschender Wendungen steckt.
Die geburt eines klassikers – gegen den willen von liam
Die Geschichte von "Wonderwall" beginnt im Jahr 1995, während Oasis an ihrem zweiten Album, "(What's the Story) Morning Glory?", arbeitete. Noel Gallagher, der Songwriter der Band, hatte eine klare Vorstellung davon, welche Songs auf das Album gehören sollten. Doch sein Bruder Liam hatte andere Vorstellungen. Er bevorzugte "Wonderwall" zunächst gar nicht, nannte es nicht „Rock’n’Roll“ und versuchte, es zu verhindern. „Ich wollte "Wonderwall" oder "Don't Look Back in Anger" singen“, erinnert sich Noel in seinem Buch „Supersonic“. Liam war wenig begeistert.
Doch Noel ließ sich nicht beirren. Er wusste, dass er etwas Besonderes geschaffen hatte. Und wie Owen Morris, der Produzent des Albums, bestätigte, war Liam Gallagher trotz anfänglicher Bedenken der perfekte Sänger für den Song. „Es war außergewöhnlich. Noel spielte den Song einmal auf der Akustikgitarre im Kontrollraum vor, gab Liam den Text und Liam ging einfach hin und sang ihn. Noel hörte zu, um sicherzustellen, dass Liam den Text richtig intonierte, sagte 'Sehr gut' und ging.“ Ein Prozess, der so skurril war, wie der Song später erfolgreich wurde.

Von der ablehnung zum triumph – und dem britischen chart-zweiten
Obwohl Liam anfangs skeptisch war, erkannte er schließlich das Potenzial des Songs. „Ich war komplett falsch und es hat wunderbar funktioniert“, gab er später zu. Tatsächlich wurde "Wonderwall" zu einem globalen Phänomen, obwohl es in Großbritannien selbst nur Platz 2 der Charts erreichte – knapp geschlagen von "Up On The Roof“ von Robson & Jerome. Ein Fakt, der selbst gestandene Musikjournalisten noch heute zum Schmunzeln bringt.

Noel und liam: stadt-fans mit irischer vergangenheit
Interessanterweise sind die Gallagher-Brüder, die für ihre Liebe zum Manchester City bekannt sind, alles andere als eingefleischte Anhänger der englischen Nationalmannschaft. Noel hegt eine besondere Zuneigung zu Irland, die auf einem Kindheitserlebnis zurückgeht: „Als Kind drehte sich alles um die Spieler von Liverpool und Manchester United. Ich konnte mich damit nicht identifizieren.“
Heute ist "Wonderwall" jedoch mehr als nur ein Lied. Es ist eine Art, die englische Fußballfans mit ihrer Mannschaft verbindet, ein Echo der Hoffnung auf den ersehnten zweiten Stern. Ob dieser Traum bei der WM 2026 in Erfüllung geht?
