Woltemade versinkt im newcastle-sumpf – shearer schaltet auf anklage

Die Schwarz-Weiße Träumerei ist vorbei. Nick Woltemade, einst 75 Millionen Hoffnungsträger, bahnt sich durch St. James’ Park wie ein Fremdkörper – und Alan Shearer legt öffentlich die Bremse an.

Shearer zieht die reißleine nach 56 minuten everton-desaster

Schon wieder war er es, der nach einer Stunde runter musste. Harvey Barnes kam, Woltemade ging – und mit ihm die letzte Fassade. Shearer, Tore-Gott von Newcastle, ließ bei der BBC kein gutes Haar: „Die Statistiken sind bei Weitem nicht gut genug.“ Satz. Punkt. Kein Pardon. Elf Liga-Spiele, ein Assist. Kein Tor seit dem 20. Dezember. Die Zahlen sind lauter als jede Stadion-Dudel.

Doch das Protokoll nagelt den Deutschen nicht einfach nur ans Kreuz. Shearer sieht das System-Problem, das größer ist als ein einzelner Mittelfeldstürmer. „Es ist nicht allein seine Schuld“, räumt er ein, „aber heute: keine Torschüsse, keine Ballkontakte im gegnerischen Strafraum, 14 Berührungen insgesamt.“ Das klingt nach Statistik-Karaoke, ist aber ein Arbeitszeugnis ohne Sternchen.

Eddie howe steht vor einem 75-millionen-puzzle

Eddie howe steht vor einem 75-millionen-puzzle

Trainer Howe hat die Aufgabe, einen Ferrari auf Schotterpiste flottzumachen. Mal spielt Woltemade im Zentrum, mal in der Spitze – nirgends richtig da. Shearer fordert: „Er muss herausfinden, wo und wie er das Beste aus ihm holt.“ Die Antwort darf nicht lauten: Bank. Denn dann würde der Rekordeinkauf zur Gala-Blamage mutieren.

Die Uhr tickt. WM-Jahr. Bundestrainer Christian Wück schaut hin, schaut weg, schaut wieder hin. Ein Stammplatz in Katar verschärft sich nicht durch Newcastle-Auszeiten. Woltemade muss liefern – oder zur Selbst-Rettung sprinten.

Die Magpies selbst rutschen Richtung Niemandsland: fünf Niederlagen aus den letzten sechs Spielen, Tabellenplatz 13. Champions-League-Träume verwandeln sich in Abstiegs-Angst. Und in der Mitte steht ein Deutscher, der einst für Tore und Vorlagen gebaut wurde, jetzt aber nur noch für Fragezeichen sorgt.

Wenn Newcastle nicht aufpasst, wird der 75-Millionen-Mann zum 75-Millionen-Albtraum. Shearer hat den Weckruf gesendet. Jetzt muss Woltemade antworten – sonst bekommt er vom eigenenen Mythos keine Ruhe mehr.