Wollitz explodiert: schiri, magentasport und osnabrück im kreuzfeuer!
Claus-Dieter Wollitz ist es erneut leid gewessen, scheint es. Nach der knappen Niederlage in Osnabrück hat der Energie Cottbus-Trainer mal wieder die Zügel verloren und sich in einer hitzigen Pressekonferenz verbal an Schiedsrichter, Übertragungsstation und sogar dem ehemaligen Arbeitgeber VfL Osnabrück abgerechnet. Das anstehende Heimspiel gegen Rot-Weiss Essen (Sonntag, 13:30 Uhr) gerät dabei fast zur Randnotiz.
Die sonntagsschlacht von osnabrück brennt noch unter der haut
Die Ereignisse des vergangenen Spieltags scheinen Wollitz noch immer zu verfolgen. Statt den Blick auf das Duell mit Essen zu richten, ließ er seine Frustration an allen Beteiligten abreagieren. Mit der Ansage, Fragen nur dann zu beantworten, wenn er selbst dies wünscht, signalisierte er von Beginn an seine Unzufriedenheit. „Ich glaube, dass letzte Woche Sonntag die Grenzen ganz klar überschritten worden sind“, polterte er am Freitag, und deutete an, dass ihm ein Mangel an Respekt entgegengebracht wurde.
Der VfL Osnabrück bekam es besonders mit der Wut des Trainers zu spüren. Wollitz bemängelte das Fehlen von Ordnern für den Cottbus-Anhang und warf dem Verein mangelnden Stil vor. Auch der Schiedsrichter Patrick Ittrich und der Sender MagentaSport wurden in die Schusslinie genommen – Ittrich für eine nicht gegebene Elfmeter, MagentaSport für eine vermeintlich unpassende Frage. Sogar der kicker-Sportbuzzer wurde für die Schiedsrichter-Note 2,0 und die Auswahl von vier Osnabrückern in die Elf des Tages kritisiert. Ein regelrechter Rundumschlag!

Cottbus will das publikum „anzünden“
Trotz des emotionalen Ausbruchs und der Kritik an den äußeren Umständen bleibt Wollitz fokussiert auf das Wesentliche: den Sieg gegen Essen. Er sieht im Heimspiel eine Chance, die Fans, von denen über 17.000 erwartet werden, vollends zu begeistern. „Am Sonntag geht es darum, dieses Publikum komplett auf deine Seite zu ziehen und komplett anzuzünden und zu emotionalisieren“, forderte er. Intensität, Lust und eine Top-Leistung sollen dabei die Schlüssel zum Erfolg sein.
Die Wahrheit ist: Der Druck im Aufstiegsrennen ist immens. Wollitz ließ keinen Zweifel daran, dass die Niederlage in Osnabrück die Situation verschärft hat. „Da brauchen wir nicht drumherum reden“, gestand der 60-Jährige. „Wenn wir dranbleiben wollen, brauchen wir einen Sieg.“ Der FC Energie Cottbus belegt derzeit den dritten Platz mit 60 Punkten – ein Sieg würde den Rückstand auf RWE auf einen Zähler schrumpfen lassen, während eine Niederlage diesen auf sieben Punkte anwachsen würde.
Personell kann Wollitz auf eine voller Mannstärke zurückgreifen. Auch die zuletzt angeschlagenen Jonas Hofmann, Leon Guwara und Tolga Cigerci stehen wieder zur Verfügung. Ein besonderes Augenmerk gilt dem Schiedsrichter Robert Hartmann. Wollitz mahnte, dass der Aufstieg nicht durch Schiedsrichterentscheidungen entschieden werden dürfe und äußerte Zweifel, ob der FCE im Vergleich zu anderen Klubs fair behandelt werde. „Warum sollte Energie Cottbus einen Elfmeter bekommen? Warum soll dieser Verein am Ende der Welt an der Polen-Grenze aufsteigen?“, fragte er rhetorisch, doch die Frage war mehr als nur eine Frage – es war eine Anklage.
